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Aktualisiert (Freitag, 09. Dezember 2016 um 22:30) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 20:46

...auf der Website der Liesborner Imkerei "Zur Tegeler Biene". Hier berichte ich aus dem "Imker-Alltag", garniert mit dem einen oder anderen Schmankerl aus der Welt der Hummeln, Wespen und Hornissen. Wer noch mehr Imker und Imkerei erleben will besucht bitte die Website meines Vereins, des

 


 Liebe Besucher von hymenoptera.de - hornissennest.de: Wir arbeiten am Relaunch - bis dahin wird auf diese Website umgeleitet! Die Beraterdatenbank ist weiterhin erreichbar!

Die diesjährigen Weiselzeichenfarbe ist WEISS
2015 war es BLAU
2014 war es GRÜN

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1. Schleudern 2016: Am Freitag, dem 27.5.2016 wurde der erste Frühtrachthonig geschleudert!
2. Schleudern 2016: am 6.7.2016 wurde die erste Linde und die Robinie geerntet.
3. Schleudern 2016: Lindenernte/Kornblume durchgeführt am 22.7.2016

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Milbenfall 25-48 Stunden nach Behandlung - Bild:Melanie von Orlow

09.12.2016: 96 Stunden...und es rieselt weiter. Insgesamt etwas weniger bei den meisten aber bei manchen sogar etwas mehr. Eine weite Spanne hat sich aufgetan - von 45 bis an die 600 Milben sind nun insgesamt gefallen und noch immer hat sich der Fall nicht normalisiert. Erstaunlich, wie lange das so andauert.

08.12.2016: 72 Stunden nach der Winterbehandlung und noch immer fallen die Milben - bei manchen Völkern sind sogar mehr runter gekommen als an den Tagen zuvor. Die Spanne der bisher insgesamt gefallenen Milben reicht von 32 bis fast 400! Erschreckend wenn man sich klar macht, dass das noch nicht mal alle sind...selbst bei optimalem Wirkungsgrad bleiben noch genug Überlebende. Tatsächlich überlege ich, ob ich das so außergewöhnlich stark vermilbte Volk nicht noch einer Milchsäure-Behandlung unterziehen sollte.

Außerdem habe ich die letzten Tage damit verbracht, mich in die neue Mittelwand-Giessform des Vereins reinzufuchsen. War nicht ganz einfach und das Ergebnis - rund 40 Mittelwände - hat mich vermutlich ein Vermögen an Strom, Wasser und Zeit gekostet. Aber eigentlich sind sie ja unbezahlbar, diese Mittelwändeaus eigenem Wachs. Kennt noch jemand den Werbespruch "Da weiß man was man hat!" - nämlich wirklich 100% Bienenwachs ohne Paraffin, Stearin oder was auch immer.

07.12.2016: Nach weiteren 24 Stunden erneut geprüft und nun offenbarte sich mehr denn je Erfolg und Notwendigkeit dieser Behandlung! Erschreckend, was da noch alles runtergerieselt ist! Ein Volk lieferte bestimmt noch mal an die 200 Milben! Das Volk muss ich im Auge behalten und im nächsten Jahr besonders auf frühe Brutentnahme achten um die Milben im Griff zu behalten.

06.12.2016: Nach 24 Stunden mal in die Schubladen geschaut - von nur einer Milbe bis 63 Stück war alles vertreten. Interessanterweise waren die Varroa-Spitzenreiter bei der Kontrolle des natürlichen Totenfalls am 11.9. des Jahres noch unauffällig. Dahingegen war der damalige Spitzenreiter nun im Durchschnitt. Allerdings ist das natürlich kaum aussagekräftig nach nur einer Nacht...werde nun täglich prüfen und weiter zählen.

Wespenkönigin in Winterruhe - Bild: Melanie von Orlow

05.12.2016: Bei der heutigen Winterbehandlung fiel mir beim Öffnen des Bienenhauses jemand vor die Füße - eine Königin der Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris) in typischer Winterpose: Die Flügel schützend unter den Hinterleib geklemmt ist sie gänzlich hilflos und muss als Fotomodell mit Wespentaille herhalten ehe sie wieder geschützt verstaut wird.

Bei den Bienen ein erfreuliches Bild: Die Brandenburger sind mit sechs, bei -2°C gut besetzten Gassen wieder mal etwas stärker als die Berliner Völker mit vier bis fünf Gassen. Keines ist tot; ein Volk wird es aber nicht schaffen - zu spät ist dort die neue Königin ans Stiften gegangen und das Volk hatte bereits Ende September mehr Drohnen als Arbeiterinnen.

Leider sitzen alle recht tief so dass das Bewerten der Volksstärke nicht ganz einfach ist. Daher bekommen alle 50 ml Träufellösung da vermutlich so einiges auch daneben geht. Mit den Varroaschiebern will ich den Abfall der Milben dokumentieren.

29.11.2016: Nun ist es richtig kalt und das passt denn die drei Wochen sind fast um. Zwischen dem 3. und 6.12. sollte das Träufeln mit Oxalsäure möglich sein!

Bienenflug Mitte November - Bild: Melanie von Orlow

21.11.2016: Das milde Wetter und etwas Sonne - mehr braucht es nicht um reichlich Bienen zum Sauberfliegen ins Freie zu locken. Zumindest für eine knappe Stunde sind sie am fliegen, die Immen. Ein schneller Blick in ein Volk offenbarte zumindest dort keine Brut mehr. Dennoch ist es zu mild für eine Winterbehandlung - über 5°C und besser darunter sind optimal für die Immen und ihre Behandlung gegen die Varroa.

Immerhin: Alle fliegen noch aber bisher war der Winter auch nicht besonders herausfordernd.

 

abgesorbenes Völkchen - Bild: Melanie von Orlow

13.11.2016: Kalt ist es geworden und dieses kleineVolk eines befreundeten Imkers hat es nicht gepackt. Die letzten Mohikaner waren nicht genug um die erforderliche Wärme zu produzieren und so ist es eher ein Kälte- und kein Hungertod geworden. Das war zu befürchten doch da sich das Volk auch davor nie richtig entwickelt hatte, hatte ich davon abgeraten, es einfach einem anderen Volk zuszuchlagen. Wenn ein Volk einfach nicht aus dem Knick kommt, hat das womöglich auch einen Grund - dann lieber der Natur ihren Lauf lassen und anschließend alle Waben inklusive Futter und Rähmchen bienendicht entsorgen und die Beute desinfizieren. Sicher ist sicher...

31.10.2016: Fröhlich-gespenstisches Halloween! Der Kürbis bekommt langsam Alterrunzeln und nun darf er noch mal richtig leuchten ehe die Kompostcritter sich darüber hermachen...

Am Wochenende flogen noch mal die Immen - nun aber soll es deutlich unter die 10 Grad gehen und dann dürfte damit Schluss sein. Fast den ganzen Oktober mussten die Damen damit im Stock bleiben...nicht grad angenehm für die Ladies.

Halloween - Bild: Melanie von Orlow

Happy Halloween - Bild: Melanie von Orlow

19.10.2016: Die Jahreszeit wird immer dunkler...Zeit der Gespenster!
Nun kann man wieder Kürbisse schnitzen ehe dann die Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet werden muß!

17.10.2016: Am Samstag war wohl die vorerst letzte Chance, ein paar Bienen beim Ausflug zu beobachten. Ein kleines Sonnenfenster und milde 12-14 Grad reichten aus damit noch mal der Abort aufgesucht werden konnte. Ansonsten ist alles ruhig geworden, die Blätter häufen sich. Schluss mit der Imkerei für heuer! Die Wespen sind aber durchaus noch aktiv; sie fliegen auch bei gut unter 10 Grad noch aus und bedienen sich ganz gerne an den Vorräten der Bienen. Aber das hält sich in Grenzen und ist kein Problem bei gut aufgefütterten und starken Völkern.

Herstausflug - Bild: Melanie von Orlow

08.10.2016: Der Vortrag gestern abend war sehr schön - Frau Profé stellte die Stadtbaum-Kampagne vor und zeigte, dass ein Grossteil der Berliner Bäume mit über 40 Jahren unter stressigen Stadtbedingungen eher abgängig sind. Torben Schiffers Vortrag war wieder sehr spannend und um viele Messergebnisse aus natürlicher Nistumgebung ergänzt. Die Forderungen an die Imkerei waren am Ende durchaus radikal und wurden kontrovers diskutiert - aber ich denke, jede(r) der rund 50 Anwesenden konnte sich ein paar Ideen und Impulse mit nach Hause nehmen.

06.10.2016: Kalt und nass ist es nun geworden und damit höchste Zeit für den Jahresabschluss: Das Anbringen der Mäusegitter. Nun ist wieder Zeit für die Glotze: Inzwischen berichten erste Fernsehmedien über den Wachs-Skandal: http://swrmediathek.de/player.htm?show=55474720-8a20-11e6-8e1e-005056a12b4c

Freue mich schon auf die Mitelwandgiesserei - einer Kerzengiesserei mit an die 30 kg Bedarf habe ich schon eine Absage erteilt: das schöne Deckelwachs bekommen meine Bienen zukünftig zurück. Das ist praktisch unbezahlbar!

28.9.2016: Heute muss ich doch mal ein bisserl die Werbetrommel rühren unter meinen werten Lesern und Leserinnen - ich möchte gerne die AG Flughafensee des NABU unterstützen, die sich um den PSD-Zukunftspreis bemüht.

Mit dem Gewinn könnte eine von Berlins letzten Heide-Flächen erhalten und erneuert werden. Darüber würden sich nicht nur meine Bienen freuen, sondern auch die vieler anderer Reinickendorfer Imker und Imkerinnen - mal abgesehen von den Wildbienen auf solchen, immer seltener werdenden Flächen.

Mit Ihrer Stimme kann die AG es schaffen - ich freue mich über Ihren Klick und die Stimme für dieses Projekt:

http://www.psd-zukunftspreis.de/profile/nabu-landesverband-berlin/

 

27.9.2016: Der Schwarm wurde gestern abend tatsächlich noch geborgen; wenn auch nur teilweise und unter nicht nachahmenswerten Sicherungsbedingungen...wenn das die Berufsgenossenschaft gesehen hätte...

Ausserdem gewinnt das Thema "Mittelwandverfälschung" durch gepanschtes Wachs an Fahrt - ein offener Brief zeigt die Folgen und Auswirkungen dieser schleichenden Katastrophe für Bienen und Imker, veröffentlicht von Markus Gann (4 Seiten, als PDF): Offener Brief

Nun fordert  auch der DIB zögerlich auf, solche Fälle zu melden - per Email an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. .

Schwarm Ende September - Bild: Melanie von Orlow
26.9.2016: Öfter mal was Neues: Das Bild links ist tatsächlich HEUTE entstanden - ein Schwarm Ende September! Handballgroß ob der Kälte und leider in fast 9 m Höhe kaum erreichbar...ärgerlich das. Das Volk hat keine Chance! Was hat sie rausgetrieben? Varroadruck? Eine späte AFB-Sanierung? Rätselhaft...

Die Kontrolle der Brandenburger Völker hat übrigens den guten Eindruck bestätigt: in 48 Stunden sind nur 3-4 Milben gefallen; die Völker haben also wirklich kaum Milben. Da kann man etwas entspannter auf die Winterbehandlung schauen und die Völker in Ruhe lassen.

25.9.2016: Mein "ethisches Dilemma" hat sich nun in ungeahnter Richtung weiterentwickelt: Eine befreundete Imkerkollegin hat mir eine gute Königin vom letzten Jahr angeboten da sie einen Ableger zum Verstärken eines anderen Volkes nutzen wollte.

Also kurzerhand abgeholt (die Dame war nicht gezeichnet; aber in dem kleinen Ableger war sie schnell gefunden) und durch das weisellosse Volk geschaut. Allerdings wie befürchtet: die schön gemeisselte Weiselzelle war geschlüpft und alle anderen Nachschaffungszellen waren schon ausgefressen! Natürlich war die frisch geschlüpfte, wieselflinke Weisel nicht zu finden. Da aber nun ansonsten alle Völker weiselrichtig waren, gab es auch sonst für die gekäfigte Königin keine Alternativen als sich der Wahl zu stellen.

Habe sie im Ausfresskäfig auf die Oberträger gelegt; die Bienen waren auch sehr angetan. Deckel zu und die Bienen werden nun selber entscheiden, wem sie die Treue halten wollen. Ich nehme mal an, sie werden sich für diese begattete und stiftende Königin entscheiden denn das Volk hat keinen einzigen Drohn mehr wie die meisten am Stand.

P.S.: Für alle Gesundheitsobleute und Gesetzeskenner: Natürlich hat der Stand, von dem die Queen stammt, gerade ein tadelloses Gesundheitsszeugnis bekommen...

Brutkranz mit Mom - Bild: Melanie von Orlow

24.9.2016: Der Blick durch die Brandenburger Völker hat mich mal wieder begeistert: Die Völker sind nicht nur stark, sondern einfach nur schön - die Brutnester geschlossener und größer, keine Biene hat verkrüppelte Flügel. Insgesamt wirken sie einfach gesünder was mir mal wieder zeigt, dass die hohe Bienendichte der Stadt einfach auch ein Problem ist. Werde meinen Beitrag zur Verringerung des Problems leisten und den Berliner Stand verkleinern und die Bienen etwas mehr verteilen. Allerdings braucht ein Stand einfach auch eine gewisse Anzahl an Völkern damit sich die Anfahrt lohnt.

Weniger gesunde Völker ist aber ungleich kranke Völker - sie haben nur mehr zu kämpfen, die Brutnester sind zerfaserter und die ersten DWV-Opfer sind erkennbar. Allerdings sind die Völker stark und ich hoffe, sie werden es einfach meistern.

Dennoch dann auch mal so ein Bild wie rechts zu sehen: oben Futter, unten Pollen und ein mustergültiger Kranz aus verdeckelter Brut. In der Mitte sogar die Königin mit ihrem Hofstaat...einfach nur toll!

Habe bei den Brandenburger Völkern erstmal eine Windel untergeschoben und werde mal prüfen, ob der gute Eindruck nicht täuscht.

Insgesamt sind nun überall neue Königinnen am Start - nur eine Lady ist nicht in weiss, sondern tatsächlich noch in grün unterwegs...2014 geboren und sie will nun in ihren dritten Winter.

23.9.2016: Heute noch mal durch die Völker geschaut, die Sonne hat uns ja noch mal verwöhnt. Außerdem die Beuten teilweise gewogen und dabei festgestellt, dass durch ein Rechenformelfehler die Futtervorräte unterschätzt worden waren! Hatte mich schon gewundert, warum die Durchsichten bei den meisten Völkern praktisch keinen Platz mehr für Futter egaben und die Berechnung noch Bedarf anmeldete! Tatsächlich haben alle effektiv zwischen 14 und 16 kg Futter mit Puffer nach oben - das langt!
Habe nun nur den Völkern noch was gegeben, die auch noch Platz haben...ein paar Futterwaben mehr können nicht schaden - vor allem weil ich wieder ein paar "Problemkinder" auf dem Stand habe.

Und damit meine ich nicht mal das Volk mit den beiden Königinnen, die übrigens immer noch einträchtig nebeneinander her ziehen (DWV-Schaden - Bild: Melanie von Orlow
da habe ich heute auch die 2. Queen gezeichnet damit ich sie leichter finde...sind nämlich nicht immer auf einer Wabe!).  Was mir hier aber sauer aufstößt: es sind die ersten Varroaschäden erkennbar! Einige Arbeiterinnen haben verkrüppelte Flügel (auf dem Bild neben einer der beiden Königinnen sichtbar) - ein typisches Schadbild durch das Deformed-Wing-Virus, das durch die Milbe übertragen wird! Solche Bienen leben kürzer. Trotz Einhalten der typischen "Schadschwellen" was den Varroa-Fall angeht...

Auch mein Leistungsspitzenvolk von diesem Jahr ist mit der Thronfolgerin offenbar nicht so zufrieden und hat zwei einzelne Weiselzellen angezogen. Nun ja, das ist natürlich arg spät aber da sie die neue ja gründlich testen werden, besteht kein Handlungsbedarf...der Bien weiss dann schon am besten zu entscheiden!

Leider ist jedoch ein anderes Volk offenbar gänzlich weisellos. Ich nehme an, auf die wollten eigentlich umweiseln und haben eine sehr schön gemeisselte Zelle angezogen doch nach Verlust der Queen - vermutlich im Zuge der Varroa-Behandlung mit AS -haben sie nun viele, eilig angezogene Nachschaffungszellen in Pflege. Das ist eigentlich um diese Zeit im Jahr Murks. Es sind kaum noch Drohnen unterwegs (habe selber nur in einem Volk noch welche) und das kann eigentlich nicht mehr klappen wenngleich die neue vermutlich in diesen Tagen schlüpfen wird. Überlege nun, ob ich dem Volk einfach die Mutter aus dem "Doppelvolk" gebe...auf der anderen Seite auch wieder so ein Eingriff, eine Störung. Hätte noch eine andere, die aber schon seit Monaten nicht recht aus dem Knick kommt und das ist ja auch irgendwie nichts richtiges.

Weitere Alternative: Das Volk in der Schmuckbeute im Vorgarten hat nun ja endlich wieder eine Königin und verdeckelte Brut aber erschreckend wenige Bienen - glaube eigentlich nicht, dass die das schaffen werden bei der Volksgröße. Also vielleicht die Königin rüber in das weisellose und dafür das Schmuckbeutenvolk mit den "Nicht-aus-dem Knick"-kommenden vereinigen? Erscheint mir eigentlich als das Beste - zusammen könnten sie es schaffen; alleine jedoch wohl nicht.

So stößt mich dieses Hobby mal wieder in ein ethisches Dilemma...Eingreifen oder nicht und wenn ja, wie?

 

Bienenkugel - Bild: Melanie von Orlow
17.9.2016: Schick ist sie ja, so eine "Bienenkugel"...heute hatte ich Gelegenheit, mir so eine Beute mal anzuschauen. Sehr aufwendig gefertigt tut es einem ja fast leid wenn die Bienen dann alles verkitten und verbasteln werden. Zudem braucht es ein "Klohäuschen" als Wetterschutz. Aber immerhin kann ein normaler Honigraum oben rauf gestellt werden damit der Platz auch langt.

Heute ist nun endlich meine Kornblumen/Edelkastanien-Mischung ins Glas gekommen...natürlich einem solchen Schmamkerl würdig in einem schönen Glas mit Bienenmotivdeckel.

Zwei Königinnen in einem Volk - Bild: Melanie von Orlow

16.9.2016: Nun schon sooo viele Jahre Imkerin aber dieses Bild glückte zum ersten Mal: eine weiss gezeichnete Queen (von mir am 16.6. gezeichnet) teilt sich die Wabe mit der vermutlich als Nachfolgerin auserkorenen Prinzessin. Habe die beiden eine Weile beobachtet - immer wieder folgte die ältere, gezeichnete der jüngeren (recht gemächlich allerdings) und ab und an betastete sie diese prüfend. Einmal schien es der zu viel zu sein und sie ritt regelrecht auf der älteren auf, die dann wieder abdrehte. 

Also unterhaltsam, die Damen, immer wieder!

Heute die letzten beiden Völker behandet; dieses Mal habe ich bewusst weniger Ameisensäure genommen und eben genau 3 ml pro Wabe. Hatte den Eindruck, dass die Völker es wirklich besser weggesteckt haben und die Milben sind dennoch reichlich gefallen.

Ein Mini-Völkchen, das eigentlich nur zum Bewahren der Königin existiert, zeigte erste Bienen mit verkrüppelten Flügeln - ganz schlecht! Also haben auch die eine Portion AS bekommen. Nun hoffe ich, so bis zur Wnterbehandlung segeln zu können...mal sehen, werde noch mal eine Windel unterlegen wenn die Ladies durch die Verdeckelung durch sind.

Heute hat übrigens die letzte größere Tracht in der Gegend eingesetzt - der Efeu geht auf!

14.9.2016: Gestriges "Spaßtelefon" war der Anruf einer Mitarbeiterin der Berliner Stadtreinigung. Auf einem BSR-Recyclinghof sei ein Umkleideraum "nicht mehr nutzbar" da furch das (nächtlich geöffnete und beleuchtete) Fenster vier Hornissen eingedrungen seien. Da die Tierchen ja nun streng artgeschützt seien, habe auch der Kammerjäger abgelehnt, die nach draußen zu expedieren und bisher seien sie durch das gekippte Fenster nicht abgeflogen. Nest sei übrigens nicht bekannt.

Also da hätten mir nun die Müllgebühren echt leid getan wenn man die nun dafür verwendet dass da jemand extra kommen muss um vier Hornissen vor die Tür zu setzen - dass sich da kein starker Aufräumer aus der Belegschaft gefunden hat? Nun ja, Fenster auf und Geduld, die gehen da schon! Und dann bitteschön Insektenschutzgaze davor!

Heute geht es noch mal an die Bienen: die zweite Milchsäurebehandlung steht an. Außerdem müssen noch zwei zuvor gefütterte Völker nun noch durch die AS Dusche - 15 Milben am Tag sind nicht tragbar!

13.9.2016: Der RBB hat einen schönen, regionalen Film zum Thema Honigbienen, Schmetterlinge und Hummeln und ihr Schwinden aus der Landschaft - sehr schön gemacht und es kommen viele bekannte Bienenexperten, Imker und Naturschützer zu Wort...unbedingt anschauen: http://media-stream-pmd.rbb-online.de/content/c96cc0e9-3a40-4897-afcb-c43f69a134d8_f8a7ea28-4943-4137-bb1e-5ca5b17bc440.mp4

12.9.2016: Ist es das wert? Jedes Jahr immer wieder diese Frage - auf dem Varroa-Schied häufen sich die

Varroa- und Bienentotenfall - Bild: Melanie von Orlow

Milben; einige Hundert sind es tatsächlich...und am Morgen auf der Abflugnase Dutzende toter oder sterbender Jungbienen, die die Säuredusche nicht überstanden haben. Schon am Mittag ist alles beräumt und insgesamt rieseln mehr als zehn Mal so viel Milben wie Bienen. Aber dennoch ärgert und grämt mich dieser "Kollateralschaden" ungemein. Einziger Trost: Es war das erste und letzte Mal in diesem Jahr für die Völker. Dennoch werde ich die Dosis lieber etwas runterregulieren - womöglich ist die Wirkung durch das Schied auch verstärkt da der Verdunstungsraum kleiner ist.

Ich hoffe, damit den Milben den letzten Schlag verpasst zu haben und dass sie so durch das Restjahr kommen.

 

Schnupperkurs 2016 - Bild: Melanie von Orlow
11.9.2016:
Heute wurde "abschlussgeschnuppert" - der letzte Lehrtag unseres vereinseigenen Imkerkurses zum Thema "Einwinterung und Einfütterung" war hier im Hause. Gut besucht war hier viel Trubel aber jede(r), der/die wollte, konnte Hand anlegen und ein Volk durchschauen.

Wir haben so manche Entdeckung gemacht - ein Volk hatte still umgeweiselt und die neue Queen hatte gerade angefangen, zu stiften. Habe sie am späten Nachmittag entdeckt, gleich mit weissem Plättchen gekrönt und das Volk mit Milchsäure behandelt. Auch das Volk im Vorgarten hat umgeweiselt und scheint nur noch aus Drohnen zu bestehen und einem winzigen Brutnest...ob das noch was wird?

Zudem waren es deutlich mehr Milben geworden. Kuriosesweise auch andere Verläufe als erwartet. So waren Volker, dieAnfang Juli von bei 10-11 Milben/3 Tagen lagen nun bei rund 20-25 angekommen (trotz Mlchsäure und Brutpause durch Käfigen der Queen) und andere mit einst nur 3-4 Milben nun bei 40-50 (trotz Behandlung)! Es gibt auch keinen Hinweis, dass dieser Unterschied an der Behandlungsweise lag - ob Ameisensäure oder Milchsäure/Käfigen der Queen. Auch Schwärme tun sich nicht gerade mit niedrigen Befallszahlen hervor.

Also insgesamt kein erfreuliches Bild; also nun mit kalter Ameisensäure noch mal eine Stoßbehandlung angeschoben, die dicken Futterkränze über der Brut werden hoffentlich etwas Schutz bieten. Man muss eben immer alle Völker individuell anschauen und behandeln.

In Sachen Winterfutter sind sie eigentlich alle gut aufgestellt - nun kommt ja auch der Efeu und dafür braucht es ja noch etwas Platz.

8.9.2016: Anruf um 6:30 Uhr: Eine Frau traut sich nicht aus ihrem Zimmer - im Bad ist ein Wespe und fliegt "aggressiv herum". Der Schädlingsbekämpfungsnotdienst kann erst um 18 Uhr und ihre Mutter will auch nicht kommen. Hmm...empfahl den Gang zum nächsten McDonalds als Tagesquartier. Gibt es nicht in ihrer Nähe. Na dann vielleicht selber zu der Mutter fahren? Ja, das war dann die ersehnte Lösung!

So einfach schon jemanden wieder glücklich gemacht. Ich weiss schon warum ich Anrufe vor 7 Uhr blocke - hatte nur diesen Anruf gerade zufäligerweise auf dem Display gesehen.

Dabei wollte ich eigentlich mal wieder über die Winterfutterfrage schreiben: Da ist so eine Stockwaage schon ganz erhellend. Demnach war der Verbrauch in 5 Monaten von Anfang Oktober bis Anfang März 8,5 Kg - allerdings ein milder Winter 2015/16! Und Anfang März brüten sie wie verrückt aber es kommt nicht rein...der Berliner Daumenwert von 14 kg Winterfutter, die aber auch wirklich als solche im Volk zur Verfügung stehen, ist so falsch nicht. Macht bei DN 1,5 also 4 prall gefüllte Winterfutterwaben. Sollte man einfach wissen und dann fällt die Bewertung bei der nächsten Durchsicht ganz einfach!

Anmerkung am Rande: Gestern abend kam meine Achtjährige hochgestürmt, da sei eine riesige Wespe in ihrem Zimmer. Fenster war offen +  draußen dunkel = Hornisse im Zimmer!
Am meisten hat sich die Katze aufgeregt aber nicht, weil sie raus wollte, sondern eindlich rein. Mit 9 Monaten voller Wohnungskatzenunschuld wollte sie die Hornisse mit blanken Klauen erlegen und sprang auf Tische und Schränke dem Tierchen nach. Aber wieder mal kommen die überbehütenden Menschen dazwischen: Katze vor das Zimmer, Hornisse vor die Haustür. Aufregung Ende!

6.9.2016: Die Angst vor einer möglichen Zika-Viren-Infektion hat nun Millionen Bienen in South Carolina das Leben gekostet - ein in der EU inzwischen verbotenes Insektizid wurde vom Flugzeug aus in die Landschaft versprüht (http://www.huffingtonpost.com/entry/south-carolina-honeybees-zika_us_57c91f92e4b0e60d31dea238). Man fragt sich wirklich wer so hirnverbrannte Entscheidungen fällen kann - für ein paar Mücken haben nun Millionen von Insekten (zuzüglich der Honigbienen) ihr Leben verloren und der Effekt dürfte gen Null tendieren. Wirklich krank!! 

31.8.2016-UPDATE: Der Skandal um gepanschtes Mittelwandwachs zieht immer weitere Kreise. Immer mehr Imker berichten über schrotschussartige Brutnester und erste Analyseergebnisse deuten auf Mittelwände aus reinem Paraffin bis hin zu gestreckten/gemischten Chargen!

Leider sind diese gefälschten Mittelwände nur schwer erkennbar; insbesondere gemischte Chargen sind kaum erkennbar. stark verunreinigte, bzw. aus synthetischen Mischungen bestehende Mittelwände lassen sich wohl schwerer einlöten, haben einen unangenehmen, gummiartigen Geruch und neigen zum Zusammenbrechen/Abreissen im ausgebauten Zustand da sie bei niedrigeren Temperaturen weich werden.

Sie werden nur schlecht angenommen und ausgebaut und offenbar wird immer wieder Brut ausgeräumt weshalb es zu diesem schrotschussartigen Bild kommt, das eher an AFB oder eine schlechte Königin denken läßt als an Paraffin. Dabei sind einzelne, verdeckelte Brutzellen weit gestreut auf der Wabe liegend, dazwischen Zellen mit offener Brut aller Stadien. Eine Untersuchung bei Ceralyse (www.ceralyse.de) verschafft Klarheit - 20 g Wachs , 188 € zzgl. MwSt sowie 4 Tage braucht es und man weiss, was drin ist...

Offenbar wurde das im Tonnen-Maßstab imprtiert und europaweit verteilt. Inzwischen wachen wohl auch die ersten Bieneninstitute auf...also Obacht und verdächtige Mittelwände lieber nicht verarbeiten!

31.8.2016: Heute nun die Frage "Winterfutter" angegangen. Obwohl ich den letzten Winter einige Völker erfolgreich auf nur 6 oder 7 Waben überwintert habe, habe ich mir diesen Winter mehr Disziplin auferlegt: Die Völker sollen mindestens 8 Waben zur Verfügung haben. Das entspricht in etwa einer guten einzargigen Überwinterung bei DN und reicht platztechnisch für Brut und Futter.

Ich habe mir ein Excel-Blättchen gebastelt mit dem ich rähmchengenau unter Berücksichtigung des Schiedes Gewichte notieren kann. Das Leergewicht einer DN 1,5er Segeberger mit Boden, Deckel, Trennschied, Bienen und 8 Rähmchen beträgt demnach rund 13,3 kg. Mein Waagstockvolk hat derzeit 28 kg - also rund 15 kg Winterfutter. Da sollte also noch etwas Platz sein; sehe ich auch beim Blick in die Beuten - halb volle Waben oder nicht voll ausgebaut. Theoretisch und unter der Annahme, dass selbst Brutwaben mit Futter vollgehauen werden, wären rund 30 kg Winterfutter einlagerbar (1 DN Honigwabe fasst in etwa 2,54 kg Honig). 

Natürlich will und braucht man das nicht denn noch brauchen sie Platz für die Brut und den Pollen. Ich denke, noch so 5 kg werde ich ihnen geben damit ich auf der sicheren Seite bin - selbst der Efeu liefert in der Regel nur so viel wie sie auch verzehren. Da kommt nichts mehr rein.

30.8.2016: Endlich ist der "Befund" meiner Brandenburger Sommerernte da: Es ist eine Kornblumen-Edelkastanienmischung geworden; zusammen machen sie fast die Hälfte des Pollens aus. Außerdem auffällig: Sensationelle 16.2% Wassergehalt - das ist wirklich erstaunlich gering! 

27.8.2016: Der Hornissenstich ist weitgehend Geschichte, er juckt nur noch ganz schön. Die Einstichstelle ist dunkel-nekrotisch geworden. Nun ja, die war echt mies drauf...war auch für sie ein Sch...tag. Letztlich war die Behandlung mit dem Stichheiler wohl doch so erfolgreich dass ich eigentlich nur 2 Tage daran laborierte und davon war der erste, der Stichtag, noch der schlimmste.

Bei den Bienen ist Stille. Ein dunkler Nektareintrag fällt auf doch noch ist ausreichend Platz. Ein neues Brutnest ist in den Völkern entstanden und das MAQS wurde entnommen. Viel ist nicht gefallen. Aber die Königin ist munter und stiftet fröhlich. Bei der Hitze mag man auch nicht an die Bienen...wunderbare Ruhe...nur bei den Hornissen ist weter die Hölle los. Viele Anfragen...

Hornissenstich am Arm - Bild: Melanie von Orlow

23.8.2016: Heute den ersten und hoffentlich letzten Hornissenstich der Saison eingefangen. Sauber durch den Anzug! Immer wieder erstaunlich, wie viele Hornissen so in einen kleinen Vogelnistkasten passen. Bestimmt um die Hundert abgekeschert und eine hat es dann geschafft...weil ich aber auch so dumm war und wieder im T-Shirt angerückt bin. Hatte nicht erwartet dass das eine Umsiedlung wird denn eigentlich sind es zwei Nester in unmittelbarer Nähe - eines oben und eines im Vogelnistkasten. Dachte natürlich, die ziehen gerade um aber nichts da - vermute eher, die sind in den Vogelnistkasten eingezogen bei dem vielen Betrieb.

Trotz umgehender Behandlung mit dem Stichheiler nur wenig Effekt - die Rötung hat bestimmt 10-12 cm Durchmesser und einen pulsierenden, stechenden Schmerz. Wirklich was feines...wem also Bienen mal zu soft sind, sollte es damit mal probieren. Besonders schon sind Knöchel und der Kopf; solche Armstiche sind sozusagen der sanfte Einstieg in die Stichkunde.

21.8.2016: Der heutige Blick auf die Bodenschieber lieferte doch noch einen ganz schönen Milbenfall nach der 2. Sprühaktion. Auch die Stichprobenkontrolle aus erster verdeckelter Brut stimmte zuversichtlich - hatte ja erwartet, dass sich da die Milben um die Zellen balgen aber tatsächlich nichts zu finden. Das mit MAQS behandelte Volk zeigt wie das Schwammtuch einen gewissen Totenfall an junger, ausgeräumter Brut...ein trauriges Bild. Doch auch nur wenige Milben auf dem Schieber. Bisher also alles erstaunlich mild was die Milbe angeht - letztlich nur wenige Völker im Bereich von über 100 Milben. Aber das kann sich natürlich auch schnell ändern.

19.8.2016: Heute das 2. Mal mit Milchsäure gesprüht und dabei eine faszinierende Beobachtung gemacht - in einem Volk gab es bereits umfangreich verdeckelte Brut. Ich habe die Königin nachweislich erst am 13.8. entlassen; damit hat die Verdeckelung bereits nach 6 Tagen eingesetzt und nicht lehrbuchgemäß am 8. Tag. Das zeigt mal wieder, wie flexibel die Damen sind. Ob sie es nicht abwarten konnten?

18.8.2016: Fast 4 Wochen nach dem Abgeben der Proben habe ich nun endlich meine letzten ausstehenden Befund bekommen und dann fallen doch immer ein paar Steine vom Herzen: Alle Schwärme und Völker haben bestanden und es gab keinen Hinweis auf Amerikanische Faulbrut. Macht man sich doch immer ein paar Sorgen....vor allem, wenn alle anderen ihre Befunde schon eine Weile haben!

Morgen wird es nun die 2. Milchsäure-Behandlung der Berliner Völker geben. Bisher in Sachen Varroa-Abfall keine besondere Begeisterung meinerseits - es sind welche gefallen aber nicht viele und sehr verzögert so dass es schwer ist, die Effektivität der Behandlung zu bewerten. Die Ölwindeln werden nach kurzer Zeit auch wieder belaufen so dass ein Austrag möglich ist.

Die der Milchsäure zugeschriebenen 90-95% sind schwer zu glauben aber der Abfall ist eben auch nicht so abrupt über Nacht wie bei der Ameisensäure - also einfach auch schwer zu bewerten.

15.8.2016: Die Bienensauna war Gegenstand eines Experiments von Gerhard Liebig um die Qualität der damit erreichten Varroa-Behandlung - die Ergebnisse finden sich hier: http://www.immelieb.de/?page_id=1668

14.8.2016: Die erste Prüfung nach 5 Tagen auf freiem Fuß ergab dass 2 von 3 Völkern wieder in Brut gegangen sind. Dies aber auch unterschiedlich gut - eine Königin hatte erst auf einer Wabe gestiftet, die andere war bereits auf drei Waben zugange. Die dritte, die bereits vor dem Käfigen augenscheinlich ein Problem mit einem Fuss hatte, hat dahingegen Probleme und das Brutgeschäft nicht wieder aufgenommen.
Die Ölwindeln werden inzwischen auch wieder von Ameisen und Ohrenkneifern belaufen so dass der Milbenfall schwer zu bewerten ist. Heute erfolgte plangemäß die 2. Behandlung wobei die Waben leicht schräg von unten besprüht wurden um die junge Brut zu schonen. Das Sprühen geht nun recht flott von der Hand; 14 Behandlungen wurden nun mit ca. 1 3/4 Litern Milchsäure durchgeführt und damit doch weniger als erwartet.

Begrüssung der Queen - Bild: Annette Mangold
13.8.2016:
Heute wurden die letzten Königin aus der Haft entlassen. Sie wurden emsig begrüsst und geputzt und tatsächlich gab es bei keiner einzigen einen Versuch des Umweiselns oder des Umsturzes. Alle Völker wurden mit Milchsäure besprüht; einige wenige haben heute ihre erste Ameisensäurebehandlung bekommen.

Ich bin gespannt wie sie wieder in Brut gehen - morgen schaue ich mir die ersten drei Völker an die bereits seit Dienstag wieder ihre Königin haben. Diese werden dann ihre 2. Milchsäurebehandlung bekommen denn dann dürften die Milben noch auf den Bienen sitzen.

Endlich wieder frei - Bild: Melanie von Orlow

9.8.2016: Die Käfighaft der ersten drei Queens ging heute zu Ende. Es waren zwar damit nur knapp 22 anstatt 25 Tage aber brutfrei waren die Völker und heute flogen auch die letzten, nun schön leeren Altwaben von Bord. Alle Völker erhielten nicht nur die Königin zurück, sondern auch noch einen Schwung Futter und Mittelwände anstelle der Schwarten. Einige Varroen sind gefallen aber das grosse Rieseln wie bei der Ameisensäure blieb aus. Allerdings setzt das bei Milchsäure wohl auch erst nach drei Tagen ein.

Die Käfige wurden aus den Waben genommen; sie waren aufgrund der starken Markierung durch die Königin sehr attraktiv - die Bienen mussten intensiv zum Gehen aufgefordert werden.

Am Wochenende will ich prüfen ob das Brutgeschäft wieder aufgenommen wurde. Eventuell ziehe ich auch nach der Verdeckelung die Wabe mit der ältesten Brut um diese vermutlich stark befallenen Zellen aus dem Verkehr zu ziehen. Außerdem werde ich noch einmal Milchsäure sprühen um möglichst viele Varroen zu erwischen ehe die ersten Zellen verdeckelt werden.

Überraschenderweise wurde selbst die eine Königin, die schon vor dem Käfigen deutlich hinkte, nicht ausgetauscht - ich bin gespannt ob sie das nun nachholen werden. Falls nicht, muss ich mich wohl darum kümmern denn eine nachschaffen sollen die nun nicht mehr müssen. Nun braucht es die Zeit um gesunde Winterbienen heranzuziehen!

Varroaschden - Bild: Melanie von Orlow7.8.2016: Die Käfighaft der Königinnen geht langsam zu Ende. Heute mal durchgeschaut und tatsächlich hat kein einziges Volk der gekäfigten Queen den Garaus gemacht und sich eine neue gezogen...schon überraschend wenn doch die Demeter-Imker das Absperrgitter u.a. deshalb ablehnen, weil das Belaufen der Waben durch die Königin verhindert werden würde und das Volk daher eher bereit sei, Weiselzellen zu pflegen.

Die Brut ist auf manchen Waben schon ausgelaufen und die ersten Schwarten konnten entnommen werden. Diese hier als eine der letzten geschlüpften Bienen zeigt bereits Varroaschäden - vermutlich haben sich die Milben am Ende auf die letzten Zellen gestürzt und so eine Mehrfachparasitierung zeigt sich eben an den Bienen. Verkürzte Hinterleiber und verkrüppelte Flügel sind typische Merkmale.

Daher also ran an die Milbe - habe mit Milchsäure gesprüht und die Ölwindel untergeschoben. Mal sehen was da runter kommt...

 

6.8.2016: Das feucht-fröhliche Wetter macht es nicht gerade einfach, an die Varroa-Behandlung zu gehen. Ab morgen scheint sich ein Sonnenloch aufzutun und dann werde ich die Gelegenheit nutzen und alle Völker, deren Königin noch Freigang hat, mit Ameisensäure zu behandeln...die Milbe muss runter!

Hornissenkönigin - Bild: Melanie von Orlow

3.8.2016: Heute ein riesiges Hornissennest umgesetzt. War eigentlich nur ein kleiner Meisennistkasten aber die waren da schon vor gut drei Wochen eingezogen und das Abfangen nahm kein Ende...rund 120-150 Arbeiterinnen später konnte ich endlich die Wabenteller bergen und eine respektabel-große Königin bewundern. Das Nest wurde in den Kasten eines Hornissenpaten installiert; mal sehen, was daraus wird!

28.7.2016: Der Bienenbaum legt jetzt voll los - die männlichen Blüten öffnen sich und überall hängen Bienen und Hummeln an dieser willkommenen Nektarquelle. Die kleinen Blüten fallen schnell ab aber noch sind genug da und die weilblichen Blüten kommen ja auch noch. Der Pollen scheint dahingegen nur mäßig interessant zu sein; richtige Pollensammler konnte ich nicht beobachten.

Hornissennest auf Sofa - Bild: Melanie von Orlow

27.7.2016: Heute mal was Kurioses: Ein Hornissennest in einer Gartenlaube (noch nichts Besonderes) aber dann nicht an der Decke, sondern unter einem Kissen...und praktisch auf der Sitzfläche des Sofas. Nach dem Umdrehen (siehe Bild) konnte man sehen, dass die Tierchen schon versucht hatten, sich Platz zu schaffen und den Stoff zernagt hatten.
Da Hornissen unter dem Nest abkoten lagen die praktisch in ihrem eigenen Mist.

Vermutlich hatten sie dann auch versucht, sich aus der misslichen Lage durch eine Migration zu befreien und dabei muss es dann die Königin erwischt haben und sie ging verloren. Jedenfalls war erste Drohnenbrut in Arbeiterinnenzellen erkennbar aber erst wenige Tage alt. 

Sehr schade; da kann man nicht viel machen. Werde die Brut einem anderen Volk zusetzen damit die schlüpfenden Tiere diese Nester verstärken. Mehr kann man leider nicht machen.

Bemerkenswert aber mal wieder folgende Beobachtung: Die Königin hatte diesen untypischen Nistplatz offenbar gewählt weil es zuvor eine Wespenkönigin dorthin gezogen hatte - es waren noch die grauen Reste des Wespennestes am Kissen erkennbar.

Beutetransport des Bienenwolfs - Bild: Melanie von Orlow
24.7.2016: Auf dem Fahrradweg und trotz vieler Reifenspuren noch ungestört geht dieser Bienenwolf seinem Geschäft nach. Diese Damen profitieren vom Imkerboom in den Städten natürlich ganz besonders und sie schleppen eine Honigbiene nach der anderen in ihre Nester.

Käfigen der Königin - Bild: Melanie von Orlow
23.7.2016: Kürzlich in größter Hektik ein Anruf:
Anrufer: "Guten Tag, hier ist die Kundenbetreuung von Y**p, Sie sind ja Kunde bei uns und haben einen Eintrag"
Ich: "Ja, stimmt. Da passiert aber nicht viel."
Anrufer: "Also wir registrieren doch zahlreiche Aufrufe und da wir nun gerade auf der Suche nach Werbepartnern sind, wollte ich mal nachfragen ob Sie daran Interesse haben."
Ich: "Nein, Danke, habe ich nicht."
Anrufer: "Sie könnten aber mehr Kunden gewinnen."
Ich: "Nein, Danke."
Anrufer: "Wollen Sie nicht wachsen?"

Nein, möchte ich nicht! Der arme CallCenter-Mitarbeiter hatte ja genau ins Schwarze getroffen und dürfte sich gleich was dazu anhören!
Wachsen, immer mehr, immer größer - das ist genau das, was irgendwann zur Massentierhaltung geführt hat, zu hektarweise Raps- und Maisschlägen bis zum Horizont. Ich möchte meine Bienen noch mit Namen ansprechen können und mich daran erfreuen.
Sie sollen keine "Produktionsmittel" werden, deren "Anschaffungskosten abschreibbar" sind.

Man kann eben nicht alles beliebig nach oben skalieren - ein Bild mit geringer Auflösung wird groß gezogen pixelig und unscharf...das gilt auch für die Imkerei. Irgendwann erreicht man die persönliche Schallgrenze - geht man darüber wird man zwar vielleicht reicher, professioneller, bekannter aber dafür bleibt anderes auf der Strecke. Insbesondere ethische und moralische Standards gehen dann zuerst über Bord...dann ist es nicht mehr weit zum Akzeptieren des Unakzeptablen: Dem Coupieren von Schwänzen und Schnäbeln, dem Ausmerzen der "Schwächlinge", dem Schreddern der männlichen Küken...

Meine Schallmauer ist erreicht - habe den letzten Honig herein geholt, Zargen auslecken lassen und bin jetzt fix und fertig. Heute Abend werden die ersten Futterzargen gefüllt und zudem wurden einige Königinnen gekäfigt - ich will das mal selber ausprobieren was die Italiener schon lange praktizieren: Das Käfigen der Königin für 25 Tage und dann Entnahme der Schwarten und Entmilben (allerdings mit Milchsäure). Laut Bücheler, der das an 30 Völkern getestet hat, geht das sehr gut und in diesen speziellen Käfigen offenbar auch ohne eine Neuanzucht von Königinnen. Die Bienen haben weiterhin Kontakt mit der Queen. Mal sehen...

13.7.2016: Bis auf gelegentliches Zuppeln auf der Waage ist jetzt Totentanz in Sachen Tracht - die Damen finden einfach nichts. Stattdessen teilweise hektisch-nervöses Fliegen vor den Fluglöchern. Zum einen sind es die Drohnen, die nun teilweise sehr bestimmt zum Ausgang getrieben werden. Zum anderen sind es aber auch die lieben Nachbarn die sich etwas sehr stark für das eigene Heim interessieren.
Ein kurzes Lüpfen des Deckels hilft schon beim Bewerten - hektisch-nervöses Gekrabbel auf den Oberträgern und senkrecht herausschießende Bienen sind ein Warnzeichen für Räuberei. Dann lieber das Flugloch mit etwas Schaumstoff auf Fingerbreite einengen. Bei offenem Gitterboden ist das auch bei hohen Außentemperaturen kein Problem - so musste ich schon das eine oder andere Volk sichern.

7.7.2016: Wenn man sich schon zwei Jahrzehnte lang mit dem Umsiedeln von Hornisse und Hummeln beschäftigt, wird man ja oft auch zu allem anderen angerufen. Mein Kuriositätenkabinett umfasst u.a.
- einen nächtlichen Panik-Anruf wegen Maden, die auf das Haus zukrauchen würden,
- eine Schlange im Garten, die man umgehend loswerden wollte (Anm.: Es war eine harmlose Ringelnatter),
- Fledermäuse im Zimmer und
- ein zugelaufenes Huhn
aber heute hat die Berliner Polizei ein neues Schmankerl serviert: Eine auf der Strasse aufgefundene Vogelspinne. Da musste ich aber passen - bei Schlangen, Huhn, Fledermäusen etc. pp. hatte ich zumindest Idee und Telefonnummern parat aber bei einer Vogelspinne war ich echt ratlos. Die Tiersammelstelle wollte sie auch nicht da potentiell giftig und nun musste der arme Polizist weiter herum telefonieren.

Dafür habe ich mich mit anderen "giftigen" Tierchen beschäftigt und die Ölwindel in der Varroa-Schublade kontrolliert. Wie zu erwarten waren die stärksten Völker mit bis 11 Varroen in drei Tagen auch am stärksten parasitiert.

Honig-Kunst - Bild: Melanie von Orlow

6.7.2016: Bin vollkommen kaputt.

Um 8 Uhr mit den letzten Vorbereitungen begonnen, um 9:30 Uhr ging es mit dem Abräumen der Honigräume los und gegen 11:30 Uhr drehte sich die Schleuder. Zu zweit ging das Entdeckeln flott von der Hand und Dank der modifizierten Abstände und nur 10 Rähmchen in den Halbzargen war das Entdeckeln der nächsten Schleuderladung nun endlich auch schneller als die Schleuderung. Um 17 Uhr endete die letzte Schleuderung und danach stand noch Putzen an...gegen 21 Uhr war dann auch das erledigt.

Damit ist ein Teil der Lindenblüte und die Robinie wohl verstaut. Bei der Bilanzierung der Völkerleistung zeigt sich, dass der Völkerverlust im Frühjahr durch die buckelbrütigen Königinnen (ich musste damals aus 10 Völkern 5 machen) offenbar gar kein Problem war. Im Gegenteil: die so verdoppelten Völker haben enorme Leistungen gebracht und das ohne Schwarmfreude - mein fleissigstes Volk wird am Ende der Saison mit einer Jahresleistung von rund 85 kg einen neuen Spitzenwert gesetzt haben. Übrigens mit einer selbst gezogenen und standbegatteten Carnica-Königin aus dem Jahr 2014 am Start...muss also nicht immer ein Vollblut aus einem edlen Gestüt sein; manchmal überrascht eben die zugeflogene "Landrasse". Allerdings leider mit fürchterlicher Neigung zum Verbauen der Honigräume...

Doch ist manchmal einfach auch Pech dabei gewesen so dass der Leistungsvergleich etwas hinkt. Das Volk, dessen Königin sich im Honigraum verlustierte, hat lange gebraucht ehe es wieder richtig sortiert war und fiel fast komplett aus. Auch das schwarmtriebige Volk hat - trotz ausbleibenden Schwärmens infolge der Teilung - kaum Honig geliefert. Andere entschlossen sich zum Umweiseln und die Brutlücke machte sich ebenfalls bemerkbar.

Und das "Spitzenvolk" hat es eben auch noch durch praktische Verdoppelung der Arbeiterinnenmasse durch Vereinigung im März so weit gebracht - hinzu kam eine wohl grandiose Robinientracht und eine üppige Silberlinde zum Schluss!

So bleibt es eben ein Wunschtraum, mit weniger Völkern konstant und alljährlich die gewünschte Menge zu gewinnen; die Bienen entziehen sich fast automatisch dem Leistungsdenken des "effizienten" Imkers...kluge Tierchen!

Die gestern Abend noch aufgesetzten Honigräume wurden über Nacht schon ausreichend geputzt so dass die Sorge vor Räuberei unnötig war - überhaupt ein schön milder und nicht zu trockener Sommerauftakt, der offenbar auch noch guten Nektarfluss ermöglicht.

Da kann ich mir noch etwas Zeit lassen ehe ich die letzte Linde und die Brandenburger Sommertracht einsammeln muss.

Mittlere Wespe im Gebüsch - Bild: Melanie von Orlow
3.7.2016:
Die Silberlinde überrascht in diesem Jahr mit erstaunlicher Kraft...immer noch rund 1,4 kg pro Tag plus auf der Waage!

Nun auch die erste interessante Umsiedlung - eine Mittlere Wespe die sich leider so ungünstig in einem Busch eingenistet hatte dass der Hausherr schon beim Zurückschneiden gestochen wurde. Die Umsiedlung war dann auch nicht ganz einfach denn wie bei der Art so üblich, hob die Königin schnell ab und musste mit eingefangen werden. Aber nun machen sie an anderer Stelle weiter.

Stockwaagenverlauf eines Tages in der Winter- und Silberlinde (Für großes Bild darauf klicken)29.6.2016: Heute Nacht wach geworden und das ganze Schlafzimmer war eine einzige Silberlinde - durch das offene Fenster war dieser intensive Duft geströmt der offenbar am Abend bis in den frühen Morgen am stärksten ist. Einfach wunderbar! Das finden die Bienen wohl auch - schaut man in die Stundenprotokolle der Stockwaage so zeigt sich sehr eindrucksvoll wie die Bienen binnen 2 frühen Morgenstunden diese Linden abernten...aber danach kaum noch was finden. Dahingegen lieferten die Winterlinden stetig über den ganzen Tag einen Nektarstrom.

Oder ist es einfach nur die Zahl der Linden? Winterlinden stehen hier ungleich mehr als Silberlinden...wie wäre das in einem Wald voller Silberlinden?

Nun, bald ist auch das vorbei, mehr als drei oder vier Tage wird die Silberlinde nicht mehr blühen und Nektar liefern. Aber duften tun sie ungleich stärker als die Winterlinde, enorm, wie es die paar Bäume in der Gegend schaffen, ganze Straßenzüge zu füllen.

28.6.2016: Die Silberlinde ist erblüht und lockt betörend; liefert aber den Heerscharen Blütenbesuchern nur am frühen Morgen etwas...wer zu spät kommt kann dann schon mal unter den blühenden Bäumen den Hungertod finden wie besonders die energiezehrenden Hummeln. Nun ist wirklich bald Schluss mit dem Honig-machen.

Übrigens haben offenbar auch andere Besucher der BMEL-Tagung ein durchwachsenes Fazit gezogen - tja, jene unbelehrbaren Naturschutzvereine haben es eben mit der Polemik:  https://blogs.nabu.de/naturschaetze-retten/bienen-konferenz/

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