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Aktualisiert (Mittwoch, 31. August 2016 um 11:59) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 20:46

...auf der Website der Liesborner Imkerei "Zur Tegeler Biene". Hier berichte ich aus dem "Imker-Alltag", garniert mit dem einen oder anderen Schmankerl aus der Welt der Hummeln, Wespen und Hornissen. Wer noch mehr Imker und Imkerei erleben will besucht bitte die Website meines Vereins, des

 


 Liebe Besucher von hymenoptera.de - hornissennest.de: Wir arbeiten am Relaunch - bis dahin wird auf diese Website umgeleitet! Die Beraterdatenbank ist weiterhin erreichbar!

Die diesjährigen Weiselzeichenfarbe ist WEISS
2015 war es BLAU
2014 war es GRÜN

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1. Schleudern 2016: Am Freitag, dem 27.5.2016 wurde der erste Frühtrachthonig geschleudert!
2. Schleudern 2016: am 6.7.2016 wurde die erste Linde und die Robinie geerntet.
3. Schleudern 2016: Lindenernte/Kornblume durchgeführt am 22.7.2016

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31.8.2016: Heute nun die Frage "Winterfutter" angegangen. Obwohl ich den letzten Winter einige Völker erfolgreich auf nur 6 oder 7 Waben überwintert habe, habe ich mir diesen Winter mehr Disziplin auferlegt: Die Völker sollen mindestens 8 Waben zur Verfügung haben. Das entspricht in etwa einer guten einzargigen Überwinterung bei DN und reicht platztechnisch für Brut und Futter.

Ich habe mir ein Excel-Blättchen gebastelt mit dem ich rähmchengenau unter Berücksichtigung des Schiedes Gewichte notieren kann. Das Leergewicht einer DN 1,5er Segeberger mit Boden, Deckel, Trennschied, Bienen und 8 Rähmchen beträgt demnach rund 13,3 kg. Mein Waagstockvolk hat derzeit 28 kg - also rund 15 kg Winterfutter. Da sollte also noch etwas Platz sein; sehe ich auch beim Blick in die Beuten - halb volle Waben oder nicht voll ausgebaut. Theoretisch und unter der Annahme, dass selbst Brutwaben mit Futter vollgehauen werden, wären rund 30 kg Winterfutter einlagerbar (1 DN Honigwabe fasst in etwa 2,54 kg Honig). 

Natürlich will und braucht man das nicht denn noch brauchen sie Platz für die Brut und den Pollen. Ich denke, noch so 5 kg werde ich ihnen geben damit ich auf der sicheren Seite bin - selbst der Efeu liefert in der Regel nur so viel wie sie auch verzehren. Da kommt nichts mehr rein.

30.8.2016: Endlich ist der "Befund" meiner Brandenburger Sommerernte da: Es ist eine Kornblumen-Edelkastanienmischung geworden; zusammen machen sie fast die Hälfte des Pollens aus. Außerdem auffällig: Sensationelle 16.2% Wassergehalt - das ist wirklich erstaunlich gering! 

27.8.2016: Der Hornissenstich ist weitgehend Geschichte, er juckt nur noch ganz schön. Die Einstichstelle ist dunkel-nekrotisch geworden. Nun ja, die war echt mies drauf...war auch für sie ein Sch...tag. Letztlich war die Behandlung mit dem Stichheiler wohl doch so erfolgreich dass ich eigentlich nur 2 Tage daran laborierte und davon war der erste, der Stichtag, noch der schlimmste.

Bei den Bienen ist Stille. Ein dunkler Nektareintrag fällt auf doch noch ist ausreichend Platz. Ein neues Brutnest ist in den Völkern entstanden und das MAQS wurde entnommen. Viel ist nicht gefallen. Aber die Königin ist munter und stiftet fröhlich. Bei der Hitze mag man auch nicht an die Bienen...wunderbare Ruhe...nur bei den Hornissen ist weter die Hölle los. Viele Anfragen...

Hornissenstich am Arm - Bild: Melanie von Orlow

23.8.2016: Heute den ersten und hoffentlich letzten Hornissenstich der Saison eingefangen. Sauber durch den Anzug! Immer wieder erstaunlich, wie viele Hornissen so in einen kleinen Vogelnistkasten passen. Bestimmt um die Hundert abgekeschert und eine hat es dann geschafft...weil ich aber auch so dumm war und wieder im T-Shirt angerückt bin. Hatte nicht erwartet dass das eine Umsiedlung wird denn eigentlich sind es zwei Nester in unmittelbarer Nähe - eines oben und eines im Vogelnistkasten. Dachte natürlich, die ziehen gerade um aber nichts da - vermute eher, die sind in den Vogelnistkasten eingezogen bei dem vielen Betrieb.

Trotz umgehender Behandlung mit dem Stichheiler nur wenig Effekt - die Rötung hat bestimmt 10-12 cm Durchmesser und einen pulsierenden, stechenden Schmerz. Wirklich was feines...wem also Bienen mal zu soft sind, sollte es damit mal probieren. Besonders schon sind Knöchel und der Kopf; solche Armstiche sind sozusagen der sanfte Einstieg in die Stichkunde.

21.8.2016: Der heutige Blick auf die Bodenschieber lieferte doch noch einen ganz schönen Milbenfall nach der 2. Sprühaktion. Auch die Stichprobenkontrolle aus erster verdeckelter Brut stimmte zuversichtlich - hatte ja erwartet, dass sich da die Milben um die Zellen balgen aber tatsächlich nichts zu finden. Das mit MAQS behandelte Volk zeigt wie das Schwammtuch einen gewissen Totenfall an junger, ausgeräumter Brut...ein trauriges Bild. Doch auch nur wenige Milben auf dem Schieber. Bisher also alles erstaunlich mild was die Milbe angeht - letztlich nur wenige Völker im Bereich von über 100 Milben. Aber das kann sich natürlich auch schnell ändern.

19.8.2016: Heute das 2. Mal mit Milchsäure gesprüht und dabei eine faszinierende Beobachtung gemacht - in einem Volk gab es bereits umfangreich verdeckelte Brut. Ich habe die Königin nachweislich erst am 13.8. entlassen; damit hat die Verdeckelung bereits nach 6 Tagen eingesetzt und nicht lehrbuchgemäß am 8. Tag. Das zeigt mal wieder, wie flexibel die Damen sind. Ob sie es nicht abwarten konnten?

18.8.2016: Fast 4 Wochen nach dem Abgeben der Proben habe ich nun endlich meine letzten ausstehenden Befund bekommen und dann fallen doch immer ein paar Steine vom Herzen: Alle Schwärme und Völker haben bestanden und es gab keinen Hinweis auf Amerikanische Faulbrut. Macht man sich doch immer ein paar Sorgen....vor allem, wenn alle anderen ihre Befunde schon eine Weile haben!

Morgen wird es nun die 2. Milchsäure-Behandlung der Berliner Völker geben. Bisher in Sachen Varroa-Abfall keine besondere Begeisterung meinerseits - es sind welche gefallen aber nicht viele und sehr verzögert so dass es schwer ist, die Effektivität der Behandlung zu bewerten. Die Ölwindeln werden nach kurzer Zeit auch wieder belaufen so dass ein Austrag möglich ist.

Die der Milchsäure zugeschriebenen 90-95% sind schwer zu glauben aber der Abfall ist eben auch nicht so abrupt über Nacht wie bei der Ameisensäure - also einfach auch schwer zu bewerten.

15.8.2016: Die Bienensauna war Gegenstand eines Experiments von Gerhard Liebig um die Qualität der damit erreichten Varroa-Behandlung - die Ergebnisse finden sich hier: http://www.immelieb.de/?page_id=1668

14.8.2016: Die erste Prüfung nach 5 Tagen auf freiem Fuß ergab dass 2 von 3 Völkern wieder in Brut gegangen sind. Dies aber auch unterschiedlich gut - eine Königin hatte erst auf einer Wabe gestiftet, die andere war bereits auf drei Waben zugange. Die dritte, die bereits vor dem Käfigen augenscheinlich ein Problem mit einem Fuss hatte, hat dahingegen Probleme und das Brutgeschäft nicht wieder aufgenommen.
Die Ölwindeln werden inzwischen auch wieder von Ameisen und Ohrenkneifern belaufen so dass der Milbenfall schwer zu bewerten ist. Heute erfolgte plangemäß die 2. Behandlung wobei die Waben leicht schräg von unten besprüht wurden um die junge Brut zu schonen. Das Sprühen geht nun recht flott von der Hand; 14 Behandlungen wurden nun mit ca. 1 3/4 Litern Milchsäure durchgeführt und damit doch weniger als erwartet.

Begrüssung der Queen - Bild: Annette Mangold
13.8.2016:
Heute wurden die letzten Königin aus der Haft entlassen. Sie wurden emsig begrüsst und geputzt und tatsächlich gab es bei keiner einzigen einen Versuch des Umweiselns oder des Umsturzes. Alle Völker wurden mit Milchsäure besprüht; einige wenige haben heute ihre erste Ameisensäurebehandlung bekommen.

Ich bin gespannt wie sie wieder in Brut gehen - morgen schaue ich mir die ersten drei Völker an die bereits seit Dienstag wieder ihre Königin haben. Diese werden dann ihre 2. Milchsäurebehandlung bekommen denn dann dürften die Milben noch auf den Bienen sitzen.

Endlich wieder frei - Bild: Melanie von Orlow

9.8.2016: Die Käfighaft der ersten drei Queens ging heute zu Ende. Es waren zwar damit nur knapp 22 anstatt 25 Tage aber brutfrei waren die Völker und heute flogen auch die letzten, nun schön leeren Altwaben von Bord. Alle Völker erhielten nicht nur die Königin zurück, sondern auch noch einen Schwung Futter und Mittelwände anstelle der Schwarten. Einige Varroen sind gefallen aber das grosse Rieseln wie bei der Ameisensäure blieb aus. Allerdings setzt das bei Milchsäure wohl auch erst nach drei Tagen ein.

Die Käfige wurden aus den Waben genommen; sie waren aufgrund der starken Markierung durch die Königin sehr attraktiv - die Bienen mussten intensiv zum Gehen aufgefordert werden.

Am Wochenende will ich prüfen ob das Brutgeschäft wieder aufgenommen wurde. Eventuell ziehe ich auch nach der Verdeckelung die Wabe mit der ältesten Brut um diese vermutlich stark befallenen Zellen aus dem Verkehr zu ziehen. Außerdem werde ich noch einmal Milchsäure sprühen um möglichst viele Varroen zu erwischen ehe die ersten Zellen verdeckelt werden.

Überraschenderweise wurde selbst die eine Königin, die schon vor dem Käfigen deutlich hinkte, nicht ausgetauscht - ich bin gespannt ob sie das nun nachholen werden. Falls nicht, muss ich mich wohl darum kümmern denn eine nachschaffen sollen die nun nicht mehr müssen. Nun braucht es die Zeit um gesunde Winterbienen heranzuziehen!

Varroaschden - Bild: Melanie von Orlow7.8.2016: Die Käfighaft der Königinnen geht langsam zu Ende. Heute mal durchgeschaut und tatsächlich hat kein einziges Volk der gekäfigten Queen den Garaus gemacht und sich eine neue gezogen...schon überraschend wenn doch die Demeter-Imker das Absperrgitter u.a. deshalb ablehnen, weil das Belaufen der Waben durch die Königin verhindert werden würde und das Volk daher eher bereit sei, Weiselzellen zu pflegen.

Die Brut ist auf manchen Waben schon ausgelaufen und die ersten Schwarten konnten entnommen werden. Diese hier als eine der letzten geschlüpften Bienen zeigt bereits Varroaschäden - vermutlich haben sich die Milben am Ende auf die letzten Zellen gestürzt und so eine Mehrfachparasitierung zeigt sich eben an den Bienen. Verkürzte Hinterleiber und verkrüppelte Flügel sind typische Merkmale.

Daher also ran an die Milbe - habe mit Milchsäure gesprüht und die Ölwindel untergeschoben. Mal sehen was da runter kommt...

 

6.8.2016: Das feucht-fröhliche Wetter macht es nicht gerade einfach, an die Varroa-Behandlung zu gehen. Ab morgen scheint sich ein Sonnenloch aufzutun und dann werde ich die Gelegenheit nutzen und alle Völker, deren Königin noch Freigang hat, mit Ameisensäure zu behandeln...die Milbe muss runter!

Hornissenkönigin - Bild: Melanie von Orlow

3.8.2016: Heute ein riesiges Hornissennest umgesetzt. War eigentlich nur ein kleiner Meisennistkasten aber die waren da schon vor gut drei Wochen eingezogen und das Abfangen nahm kein Ende...rund 120-150 Arbeiterinnen später konnte ich endlich die Wabenteller bergen und eine respektabel-große Königin bewundern. Das Nest wurde in den Kasten eines Hornissenpaten installiert; mal sehen, was daraus wird!

28.7.2016: Der Bienenbaum legt jetzt voll los - die männlichen Blüten öffnen sich und überall hängen Bienen und Hummeln an dieser willkommenen Nektarquelle. Die kleinen Blüten fallen schnell ab aber noch sind genug da und die weilblichen Blüten kommen ja auch noch. Der Pollen scheint dahingegen nur mäßig interessant zu sein; richtige Pollensammler konnte ich nicht beobachten.

Hornissennest auf Sofa - Bild: Melanie von Orlow

27.7.2016: Heute mal was Kurioses: Ein Hornissennest in einer Gartenlaube (noch nichts Besonderes) aber dann nicht an der Decke, sondern unter einem Kissen...und praktisch auf der Sitzfläche des Sofas. Nach dem Umdrehen (siehe Bild) konnte man sehen, dass die Tierchen schon versucht hatten, sich Platz zu schaffen und den Stoff zernagt hatten.
Da Hornissen unter dem Nest abkoten lagen die praktisch in ihrem eigenen Mist.

Vermutlich hatten sie dann auch versucht, sich aus der misslichen Lage durch eine Migration zu befreien und dabei muss es dann die Königin erwischt haben und sie ging verloren. Jedenfalls war erste Drohnenbrut in Arbeiterinnenzellen erkennbar aber erst wenige Tage alt. 

Sehr schade; da kann man nicht viel machen. Werde die Brut einem anderen Volk zusetzen damit die schlüpfenden Tiere diese Nester verstärken. Mehr kann man leider nicht machen.

Bemerkenswert aber mal wieder folgende Beobachtung: Die Königin hatte diesen untypischen Nistplatz offenbar gewählt weil es zuvor eine Wespenkönigin dorthin gezogen hatte - es waren noch die grauen Reste des Wespennestes am Kissen erkennbar.

Beutetransport des Bienenwolfs - Bild: Melanie von Orlow
24.7.2016: Auf dem Fahrradweg und trotz vieler Reifenspuren noch ungestört geht dieser Bienenwolf seinem Geschäft nach. Diese Damen profitieren vom Imkerboom in den Städten natürlich ganz besonders und sie schleppen eine Honigbiene nach der anderen in ihre Nester.

Käfigen der Königin - Bild: Melanie von Orlow
23.7.2016: Kürzlich in größter Hektik ein Anruf:
Anrufer: "Guten Tag, hier ist die Kundenbetreuung von Y**p, Sie sind ja Kunde bei uns und haben einen Eintrag"
Ich: "Ja, stimmt. Da passiert aber nicht viel."
Anrufer: "Also wir registrieren doch zahlreiche Aufrufe und da wir nun gerade auf der Suche nach Werbepartnern sind, wollte ich mal nachfragen ob Sie daran Interesse haben."
Ich: "Nein, Danke, habe ich nicht."
Anrufer: "Sie könnten aber mehr Kunden gewinnen."
Ich: "Nein, Danke."
Anrufer: "Wollen Sie nicht wachsen?"

Nein, möchte ich nicht! Der arme CallCenter-Mitarbeiter hatte ja genau ins Schwarze getroffen und dürfte sich gleich was dazu anhören!
Wachsen, immer mehr, immer größer - das ist genau das, was irgendwann zur Massentierhaltung geführt hat, zu hektarweise Raps- und Maisschlägen bis zum Horizont. Ich möchte meine Bienen noch mit Namen ansprechen können und mich daran erfreuen.
Sie sollen keine "Produktionsmittel" werden, deren "Anschaffungskosten abschreibbar" sind.

Man kann eben nicht alles beliebig nach oben skalieren - ein Bild mit geringer Auflösung wird groß gezogen pixelig und unscharf...das gilt auch für die Imkerei. Irgendwann erreicht man die persönliche Schallgrenze - geht man darüber wird man zwar vielleicht reicher, professioneller, bekannter aber dafür bleibt anderes auf der Strecke. Insbesondere ethische und moralische Standards gehen dann zuerst über Bord...dann ist es nicht mehr weit zum Akzeptieren des Unakzeptablen: Dem Coupieren von Schwänzen und Schnäbeln, dem Ausmerzen der "Schwächlinge", dem Schreddern der männlichen Küken...

Meine Schallmauer ist erreicht - habe den letzten Honig herein geholt, Zargen auslecken lassen und bin jetzt fix und fertig. Heute Abend werden die ersten Futterzargen gefüllt und zudem wurden einige Königinnen gekäfigt - ich will das mal selber ausprobieren was die Italiener schon lange praktizieren: Das Käfigen der Königin für 25 Tage und dann Entnahme der Schwarten und Entmilben (allerdings mit Milchsäure). Laut Bücheler, der das an 30 Völkern getestet hat, geht das sehr gut und in diesen speziellen Käfigen offenbar auch ohne eine Neuanzucht von Königinnen. Die Bienen haben weiterhin Kontakt mit der Queen. Mal sehen...

13.7.2016: Bis auf gelegentliches Zuppeln auf der Waage ist jetzt Totentanz in Sachen Tracht - die Damen finden einfach nichts. Stattdessen teilweise hektisch-nervöses Fliegen vor den Fluglöchern. Zum einen sind es die Drohnen, die nun teilweise sehr bestimmt zum Ausgang getrieben werden. Zum anderen sind es aber auch die lieben Nachbarn die sich etwas sehr stark für das eigene Heim interessieren.
Ein kurzes Lüpfen des Deckels hilft schon beim Bewerten - hektisch-nervöses Gekrabbel auf den Oberträgern und senkrecht herausschießende Bienen sind ein Warnzeichen für Räuberei. Dann lieber das Flugloch mit etwas Schaumstoff auf Fingerbreite einengen. Bei offenem Gitterboden ist das auch bei hohen Außentemperaturen kein Problem - so musste ich schon das eine oder andere Volk sichern.

7.7.2016: Wenn man sich schon zwei Jahrzehnte lang mit dem Umsiedeln von Hornisse und Hummeln beschäftigt, wird man ja oft auch zu allem anderen angerufen. Mein Kuriositätenkabinett umfasst u.a.
- einen nächtlichen Panik-Anruf wegen Maden, die auf das Haus zukrauchen würden,
- eine Schlange im Garten, die man umgehend loswerden wollte (Anm.: Es war eine harmlose Ringelnatter),
- Fledermäuse im Zimmer und
- ein zugelaufenes Huhn
aber heute hat die Berliner Polizei ein neues Schmankerl serviert: Eine auf der Strasse aufgefundene Vogelspinne. Da musste ich aber passen - bei Schlangen, Huhn, Fledermäusen etc. pp. hatte ich zumindest Idee und Telefonnummern parat aber bei einer Vogelspinne war ich echt ratlos. Die Tiersammelstelle wollte sie auch nicht da potentiell giftig und nun musste der arme Polizist weiter herum telefonieren.

Dafür habe ich mich mit anderen "giftigen" Tierchen beschäftigt und die Ölwindel in der Varroa-Schublade kontrolliert. Wie zu erwarten waren die stärksten Völker mit bis 11 Varroen in drei Tagen auch am stärksten parasitiert.

Honig-Kunst - Bild: Melanie von Orlow

6.7.2016: Bin vollkommen kaputt.

Um 8 Uhr mit den letzten Vorbereitungen begonnen, um 9:30 Uhr ging es mit dem Abräumen der Honigräume los und gegen 11:30 Uhr drehte sich die Schleuder. Zu zweit ging das Entdeckeln flott von der Hand und Dank der modifizierten Abstände und nur 10 Rähmchen in den Halbzargen war das Entdeckeln der nächsten Schleuderladung nun endlich auch schneller als die Schleuderung. Um 17 Uhr endete die letzte Schleuderung und danach stand noch Putzen an...gegen 21 Uhr war dann auch das erledigt.

Damit ist ein Teil der Lindenblüte und die Robinie wohl verstaut. Bei der Bilanzierung der Völkerleistung zeigt sich, dass der Völkerverlust im Frühjahr durch die buckelbrütigen Königinnen (ich musste damals aus 10 Völkern 5 machen) offenbar gar kein Problem war. Im Gegenteil: die so verdoppelten Völker haben enorme Leistungen gebracht und das ohne Schwarmfreude - mein fleissigstes Volk wird am Ende der Saison mit einer Jahresleistung von rund 85 kg einen neuen Spitzenwert gesetzt haben. Übrigens mit einer selbst gezogenen und standbegatteten Carnica-Königin aus dem Jahr 2014 am Start...muss also nicht immer ein Vollblut aus einem edlen Gestüt sein; manchmal überrascht eben die zugeflogene "Landrasse". Allerdings leider mit fürchterlicher Neigung zum Verbauen der Honigräume...

Doch ist manchmal einfach auch Pech dabei gewesen so dass der Leistungsvergleich etwas hinkt. Das Volk, dessen Königin sich im Honigraum verlustierte, hat lange gebraucht ehe es wieder richtig sortiert war und fiel fast komplett aus. Auch das schwarmtriebige Volk hat - trotz ausbleibenden Schwärmens infolge der Teilung - kaum Honig geliefert. Andere entschlossen sich zum Umweiseln und die Brutlücke machte sich ebenfalls bemerkbar.

Und das "Spitzenvolk" hat es eben auch noch durch praktische Verdoppelung der Arbeiterinnenmasse durch Vereinigung im März so weit gebracht - hinzu kam eine wohl grandiose Robinientracht und eine üppige Silberlinde zum Schluss!

So bleibt es eben ein Wunschtraum, mit weniger Völkern konstant und alljährlich die gewünschte Menge zu gewinnen; die Bienen entziehen sich fast automatisch dem Leistungsdenken des "effizienten" Imkers...kluge Tierchen!

Die gestern Abend noch aufgesetzten Honigräume wurden über Nacht schon ausreichend geputzt so dass die Sorge vor Räuberei unnötig war - überhaupt ein schön milder und nicht zu trockener Sommerauftakt, der offenbar auch noch guten Nektarfluss ermöglicht.

Da kann ich mir noch etwas Zeit lassen ehe ich die letzte Linde und die Brandenburger Sommertracht einsammeln muss.

Mittlere Wespe im Gebüsch - Bild: Melanie von Orlow
3.7.2016:
Die Silberlinde überrascht in diesem Jahr mit erstaunlicher Kraft...immer noch rund 1,4 kg pro Tag plus auf der Waage!

Nun auch die erste interessante Umsiedlung - eine Mittlere Wespe die sich leider so ungünstig in einem Busch eingenistet hatte dass der Hausherr schon beim Zurückschneiden gestochen wurde. Die Umsiedlung war dann auch nicht ganz einfach denn wie bei der Art so üblich, hob die Königin schnell ab und musste mit eingefangen werden. Aber nun machen sie an anderer Stelle weiter.

Stockwaagenverlauf eines Tages in der Winter- und Silberlinde (Für großes Bild darauf klicken)29.6.2016: Heute Nacht wach geworden und das ganze Schlafzimmer war eine einzige Silberlinde - durch das offene Fenster war dieser intensive Duft geströmt der offenbar am Abend bis in den frühen Morgen am stärksten ist. Einfach wunderbar! Das finden die Bienen wohl auch - schaut man in die Stundenprotokolle der Stockwaage so zeigt sich sehr eindrucksvoll wie die Bienen binnen 2 frühen Morgenstunden diese Linden abernten...aber danach kaum noch was finden. Dahingegen lieferten die Winterlinden stetig über den ganzen Tag einen Nektarstrom.

Oder ist es einfach nur die Zahl der Linden? Winterlinden stehen hier ungleich mehr als Silberlinden...wie wäre das in einem Wald voller Silberlinden?

Nun, bald ist auch das vorbei, mehr als drei oder vier Tage wird die Silberlinde nicht mehr blühen und Nektar liefern. Aber duften tun sie ungleich stärker als die Winterlinde, enorm, wie es die paar Bäume in der Gegend schaffen, ganze Straßenzüge zu füllen.

28.6.2016: Die Silberlinde ist erblüht und lockt betörend; liefert aber den Heerscharen Blütenbesuchern nur am frühen Morgen etwas...wer zu spät kommt kann dann schon mal unter den blühenden Bäumen den Hungertod finden wie besonders die energiezehrenden Hummeln. Nun ist wirklich bald Schluss mit dem Honig-machen.

Übrigens haben offenbar auch andere Besucher der BMEL-Tagung ein durchwachsenes Fazit gezogen - tja, jene unbelehrbaren Naturschutzvereine haben es eben mit der Polemik:  https://blogs.nabu.de/naturschaetze-retten/bienen-konferenz/

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