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Aktualisiert (Samstag, 23. Juli 2016 um 14:53) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 20:46

...auf der Website der Liesborner Imkerei "Zur Tegeler Biene". Hier berichte ich aus dem "Imker-Alltag", garniert mit dem einen oder anderen Schmankerl aus der Welt der Hummeln, Wespen und Hornissen. Wer noch mehr Imker und Imkerei erleben will besucht bitte die Website meines Vereins, des

 


 Liebe Besucher von hymenoptera.de - hornissennest.de: Wir arbeiten am Relaunch - bis dahin wird auf diese Website umgeleitet! Die Beraterdatenbank ist weiterhin erreichbar!

Die diesjährigen Weiselzeichenfarbe ist WEISS
2015 war es BLAU
2014 war es GRÜN

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1. Schleudern 2016: Am Freitag, dem 27.5.2016 wurde der erste Frühtrachthonig geschleudert!
2. Schleudern 2016: am 6.7.2016 wurde die erste Linde und die Robinie geerntet.
3. Schleudern 2016: Lindenernte/Kornblume geplant für den 20.7.2016

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Käfigen der Königin - Bild: Melanie von Orlow
13.7.2016: Kürzlich in größter Hektik ein Anruf:
Anrufer: "Guten Tag, hier ist die Kundenbetreuung von Y***, Sie sind ja Kunde bei uns und haben einen Eintrag"
Ich: "Ja, stimmt. Da passiert aber nicht viel."
Anrufer: "Also wir registrieren doch zahlreiche Aufrufe und da wir nun gerade auf der Suche nach Werbepartnern sind, wollte ich mal nachfragen ob Sie daran Interesse haben."
Ich: "Nein, Danke, habe ich nicht."
Anrufer: "Sie könnten aber mehr Kunden gewinnen."
Ich: "Nein, Danke."
Anrufer: "Wollen Sie nicht wachsen?"

Nein, möchte ich nicht! Der arme CallCenter-Mitarbeiter hatte ja genau ins Schwarze getroffen und dürfte sich gleich was dazu anhören!
Wachsen, immer mehr, immer größer - das ist genau das, was irgendwann zur Massentierhaltung geführt hat, zu hektarweise Raps- und Maisschlägen bis zum Horizont. Ich möchte meine Bienen noch mit Namen ansprechen können und mich daran erfreuen.
Sie sollen keine "Produktionsmittel" werden, deren "Anschaffungskosten abschreibbar" sind.

Man kann eben nicht alles beliebig nach oben skalieren - ein Bild mit geringer Auflösung wird groß gezogen pixelig und unscharf...das gilt auch für die Imkerei. Irgendwann erreicht man die persönliche Schallgrenze - geht man darüber wird man zwar vielleicht reicher, professioneller, bekannter aber dafür bleibt anderes auf der Strecke.

Meine Schallmauer ist erreicht - habe den letzten Honig herein geholt, Zargen auslecken lassen und bin jetzt fix und fertig. Heute Abend werden die ersten Futterzargen gefüllt und zudem wurden einige Königinnen gekäfigt - ich will das mal selber ausprobieren was die Italiener schon lange praktizieren: Das Käfigen der Königin für 25 Tage und dann Entnahme der Schwarten und Entmilben (allerdings mit Milchsäure). Laut Bücheler, der das an 30 Völkern getestet hat, geht das sehr gut und in diesen speziellen Käfigen offenbar auch ohne eine Neuanzucht von Königinnen. Die Bienen haben weiterhin Kontakt mit der Queen. Mal sehen...

13.7.2016: Bis auf gelegentliches Zuppeln auf der Waage ist jetzt Totentanz in Sachen Tracht - die Damen finden einfach nichts. Stattdessen teilweise hektisch-nervöses Fliegen vor den Fluglöchern. Zum einen sind es die Drohnen, die nun teilweise sehr bestimmt zum Ausgang getrieben werden. Zum anderen sind es aber auch die lieben Nachbarn die sich etwas sehr stark für das eigene Heim interessieren.
Ein kurzes Lüpfen des Deckels hilft schon beim Bewerten - hektisch-nervöses Gekrabbel auf den Oberträgern und senkrecht herausschießende Bienen sind ein Warnzeichen für Räuberei. Dann lieber das Flugloch mit etwas Schaumstoff auf Fingerbreite einengen. Bei offenem Gitterboden ist das auch bei hohen Außentemperaturen kein Problem - so musste ich schon das eine oder andere Volk sichern.

7.7.2016: Wenn man sich schon zwei Jahrzehnte lang mit dem Umsiedeln von Hornisse und Hummeln beschäftigt, wird man ja oft auch zu allem anderen angerufen. Mein Kuriositätenkabinett umfasst u.a.
- einen nächtlichen Panik-Anruf wegen Maden, die auf das Haus zukrauchen würden,
- eine Schlange im Garten, die man umgehend loswerden wollte (Anm.: Es war eine harmlose Ringelnatter),
- Fledermäuse im Zimmer und
- ein zugelaufenes Huhn
aber heute hat die Berliner Polizei ein neues Schmankerl serviert: Eine auf der Strasse aufgefundene Vogelspinne. Da musste ich aber passen - bei Schlangen, Huhn, Fledermäusen etc. pp. hatte ich zumindest Idee und Telefonnummern parat aber bei einer Vogelspinne war ich echt ratlos. Die Tiersammelstelle wollte sie auch nicht da potentiell giftig und nun musste der arme Polizist weiter herum telefonieren.

Dafür habe ich mich mit anderen "giftigen" Tierchen beschäftigt und die Ölwindel in der Varroa-Schublade kontrolliert. Wie zu erwarten waren die stärksten Völker mit bis 11 Varroen in drei Tagen auch am stärksten parasitiert.

Honig-Kunst - Bild: Melanie von Orlow

6.7.2016: Bin vollkommen kaputt.

Um 8 Uhr mit den letzten Vorbereitungen begonnen, um 9:30 Uhr ging es mit dem Abräumen der Honigräume los und gegen 11:30 Uhr drehte sich die Schleuder. Zu zweit ging das Entdeckeln flott von der Hand und Dank der modifizierten Abstände und nur 10 Rähmchen in den Halbzargen war das Entdeckeln der nächsten Schleuderladung nun endlich auch schneller als die Schleuderung. Um 17 Uhr endete die letzte Schleuderung und danach stand noch Putzen an...gegen 21 Uhr war dann auch das erledigt.

Damit ist ein Teil der Lindenblüte und die Robinie wohl verstaut. Bei der Bilanzierung der Völkerleistung zeigt sich, dass der Völkerverlust im Frühjahr durch die buckelbrütigen Königinnen (ich musste damals aus 10 Völkern 5 machen) offenbar gar kein Problem war. Im Gegenteil: die so verdoppelten Völker haben enorme Leistungen gebracht und das ohne Schwarmfreude - mein fleissigstes Volk wird am Ende der Saison mit einer Jahresleistung von rund 85 kg einen neuen Spitzenwert gesetzt haben. Übrigens mit einer selbst gezogenen und standbegatteten Carnica-Königin aus dem Jahr 2014 am Start...muss also nicht immer ein Vollblut aus einem edlen Gestüt sein; manchmal überrascht eben die zugeflogene "Landrasse". Allerdings leider mit fürchterlicher Neigung zum Verbauen der Honigräume...

Doch ist manchmal einfach auch Pech dabei gewesen so dass der Leistungsvergleich etwas hinkt. Das Volk, dessen Königin sich im Honigraum verlustierte, hat lange gebraucht ehe es wieder richtig sortiert war und fiel fast komplett aus. Auch das schwarmtriebige Volk hat - trotz ausbleibenden Schwärmens infolge der Teilung - kaum Honig geliefert. Andere entschlossen sich zum Umweiseln und die Brutlücke machte sich ebenfalls bemerkbar.

Und das "Spitzenvolk" hat es eben auch noch durch praktische Verdoppelung der Arbeiterinnenmasse durch Vereinigung im März so weit gebracht - hinzu kam eine wohl grandiose Robinientracht und eine üppige Silberlinde zum Schluss!

So bleibt es eben ein Wunschtraum, mit weniger Völkern konstant und alljährlich die gewünschte Menge zu gewinnen; die Bienen entziehen sich fast automatisch dem Leistungsdenken des "effizienten" Imkers...kluge Tierchen!

Die gestern Abend noch aufgesetzten Honigräume wurden über Nacht schon ausreichend geputzt so dass die Sorge vor Räuberei unnötig war - überhaupt ein schön milder und nicht zu trockener Sommerauftakt, der offenbar auch noch guten Nektarfluss ermöglicht.

Da kann ich mir noch etwas Zeit lassen ehe ich die letzte Linde und die Brandenburger Sommertracht einsammeln muss.

Mittlere Wespe im Gebüsch - Bild: Melanie von Orlow
3.7.2016:
Die Silberlinde überrascht in diesem Jahr mit erstaunlicher Kraft...immer noch rund 1,4 kg pro Tag plus auf der Waage!

Nun auch die erste interessante Umsiedlung - eine Mittlere Wespe die sich leider so ungünstig in einem Busch eingenistet hatte dass der Hausherr schon beim Zurückschneiden gestochen wurde. Die Umsiedlung war dann auch nicht ganz einfach denn wie bei der Art so üblich, hob die Königin schnell ab und musste mit eingefangen werden. Aber nun machen sie an anderer Stelle weiter.

Stockwaagenverlauf eines Tages in der Winter- und Silberlinde (Für großes Bild darauf klicken)29.6.2016: Heute Nacht wach geworden und das ganze Schlafzimmer war eine einzige Silberlinde - durch das offene Fenster war dieser intensive Duft geströmt der offenbar am Abend bis in den frühen Morgen am stärksten ist. Einfach wunderbar! Das finden die Bienen wohl auch - schaut man in die Stundenprotokolle der Stockwaage so zeigt sich sehr eindrucksvoll wie die Bienen binnen 2 frühen Morgenstunden diese Linden abernten...aber danach kaum noch was finden. Dahingegen lieferten die Winterlinden stetig über den ganzen Tag einen Nektarstrom.

Oder ist es einfach nur die Zahl der Linden? Winterlinden stehen hier ungleich mehr als Silberlinden...wie wäre das in einem Wald voller Silberlinden?

Nun, bald ist auch das vorbei, mehr als drei oder vier Tage wird die Silberlinde nicht mehr blühen und Nektar liefern. Aber duften tun sie ungleich stärker als die Winterlinde, enorm, wie es die paar Bäume in der Gegend schaffen, ganze Straßenzüge zu füllen.

28.6.2016: Die Silberlinde ist erblüht und lockt betörend; liefert aber den Heerscharen Blütenbesuchern nur am frühen Morgen etwas...wer zu spät kommt kann dann schon mal unter den blühenden Bäumen den Hungertod finden wie besonders die energiezehrenden Hummeln. Nun ist wirklich bald Schluss mit dem Honig-machen.

Übrigens haben offenbar auch andere Besucher der BMEL-Tagung ein durchwachsenes Fazit gezogen - tja, jene unbelehrbaren Naturschutzvereine haben es eben mit der Polemik:  https://blogs.nabu.de/naturschaetze-retten/bienen-konferenz/

26.6.2016: Die Stockwaage geht in die Knie, die Linde scheint ihr Ende zu finden...nach rund 2 Wochen ist das auch legitim. Schätze mal, nun kommt noch kurz etwas Silberlinde gegen Ende der Woche und das war es dann mit der Tracht in diesem Jahr.

Inzwischen auch das erste Hornissennest umgesetzt; leider mal wieder ohne Königin und schon drohnenbrütig. 

Tot gespritztes Feld mit Nisthilfe - wirklich gute fachliche Praxis? Bild: Melanie von Orlow

24.6.2016: Turbulente und umtriebige Tage liegen hinter (und wohl auch vor) mir. Die Bienen-Tagung des BMEL wurde von den "Who-is-Who" der Bienenwelt besucht...aber natürlich fanden sich auch zahlreiche Lobby-Vertreter der Industrie auf der Teilnehmerliste. Leider auch zahlenmäßig mehr als von NABU, BUND und anderen "Öko-Lobbyisten"...dafür aber umso mehr Imker und Imkerinnen.

Die Themen wie auch die Moderatorin waren mit Bedacht gewählt und so sollte stets positiv und in der "Wir-schaffen-das"-Manier das Thema Bienen und Imkerei beleuchtet werden. So blieben die Kernthemen wie die Verantwortung der Industrie und der Landwirtschaft ausgeblendet - was ich am Ende doch zumindest bedauernd kommentierte. Das nötigte eine Dame von der "Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft" (FNL) gleich zum unsachlichen Vorwurf der "Polemik".

Die Moderatorin zischte mir beim Gehen noch ein "Negatives am Ende - das geht gar nicht!" zu aber schön im Vorbeigehen damit man bloß nicht noch in eine Diskussion verwickelt werden kann.

Schließlich hatte sie es geschickt verstanden, zu viele Nachfragen nach Pestizid-Abdrift und Petizid-Einsatz auf "später" zu verschieben was praktisch bedeutete, dass die Themen gar nicht mehr auf den Tisch kamen. Stattdessen wurden eben fröhlich-positiv die Erfolge gefeiert wie eben der Umstand, dass die Deutsche Bahn nun an einem Rahmenvertragmit dem DIB feilt damit die Flächen für Imker zugänglich werden...obwohl im Vortrag des Herrn von der DB-Netz AG selbst schon klar wurde, dass es voraussichtlich noch Jahre dauern kann ehe das im Konzern umgesetzt werden wird. Und letztlich auch nur bedeutet, dass ein paar mehr Imker ein paar mehr Bienenvölker aufstellen können - was das für die dortigen Wildbienen bedeutet wird sich dann zeigen.

Diskussion war also ganz offenkundig unerwünscht - schade eigentlich.

Warum darf man nicht fragen oder gar diskutieren, warum die Bio-Bauern maschinell den Unterwuchs unter den Obstbäumen beseitigen und auf Pestizideinsatz entlang der Zäune verzichten können während die "normalen" Bauern das nicht können, wollen oder gar sollen?

Warum ist unser Obst offenbar noch immer zu billig so dass sich die Bauern weder wilddichte Zäune noch maschinelle Bearbeitung anstatt "Pflanzenschutzmitteln" unter den Obstbäumen leisten können?

Solche Fragen gehören doch auch ins und ans BMEL, oder?

Viele ZuhörerInnen fanden das offenbar auch und bedankten sich anschließend bei mir...sie hatten diese Aspekte zumindest auch vermisst selbst wenn das schon mal vor drei Jahren bei der Taung Thema gewesen sei.

Aber hoffnungsvoll war das Grußwort von Christian Schmidt, dem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, der offenbar weitere Schritte gegen Neonicotionoide plant - er scheint die immer deutlicheren Zeichen für den notwendigen Wandel erkannt zu haben und will sich nicht mal vorwerfen lassen, nichts getan zu haben...und so konnte man doch mit einem gewissen positiven Grundgefühl aus dem Ministerium gehen.

Im Prinzip lobenswerte und richtige Projekte wie Eh da-Flächen (übrigens von der FNL heftig beworben) und DB-Flächen für Imker können abe eben allenfalls ergänzen und sollten nicht von den Hauptproblemfeldern ablenken...wie offenbar von gewissen Lobby-Gruppen gewünscht.

Nun aber ran - und zwar alle Akteure und eben nicht nur ImkerInnen, Bahn, Städtetag & Bieneninstitute !

20.6.2016: Die nächsten beiden Zuchtköniginnen sind versorgt. Das war etwas kompliziert heute - ich wollte einfach nur zwei Mini-Ableger mit jeweils einer vereckelten Brutwabe machen und hatte mir dafür einen Schwarm ausgesucht, der sich mit einer grün gezeichnete Königin nur langsam und zögerlich entwickelt hatte. Brut aller Stadien inklusive Stifte war vorhanden; Königin nicht gefunden aber da ich ja nur zwei verdeckelte Waben brauchte, musste ich die ja nicht suchen. Plötzlich aber eine Wabe in den Händen mit 4 Weiselzellen...sonst aber keine! Offenbar waren die genauso unzufrieden mit der Königin gewesen und waren in stiller Umweiselung.

Das aber bedeutete dass eben keine gezeichnete und leicht zu findende Queen im Volk war! Wenn ich die nun versehentlich zu einer meiner gekäfigten Königinnen gehängt habe, hat die im Käfig keine Chance!

Also noch mal durchsucht und dann habe ich neue doch noch gefunden - zum Glück nicht in den Ablegern!

Nutze die Gelegenheit zum Tausch und die frisch geschlüpfte bekommt den Ableger und die gekäfigte Zuchtkönigin kommt in das Volk. Mal sehen ob sie in dieser Stimmung die neue einfach gleich annehmen.

Wenn Bienen fensterln - Bild: Melanie von Orlow

15.6.2016: Heute doch wirklich noch einen Schwarm eingesackt. Der hing schon seit dem Wochenende an der Fassade in Reinickendorf und "fensterlte" ohne ein Quartier zu finden. Zum Glück rief mich der mit der Bekämpfung beauftragte Schädlingsbekämpfer an anstatt Hand an zu legen. War nicht ganz einfach denn der Schwarm war bestimmt 7 m hoch über einem Erker. 

Über die Hauswartsfrau konnte ich dem Bewohner eine Nachricht zukommen lassen und heute habe ich es dann versucht. Erst den Kasten an dem Gurt unter den breiten Bienenteppich bugsiert und dann langsam nach oben gezogen ehe kurz aber kräftig gefegt und zugemacht wurde. Die Damen waren angesichts des langen Campierens  träge und recht meckerig drauf, zogen dann aber willig in den Kasten. Am Ende - nach fast drei Stunden - waren es stattliche 2,4 kg und damit mehr als erwartet!

 

14.6.2016: Der "Baum des Jahres 2016" macht wie jedes Jahr seinem Titel Ehre. Im Gegensatz zur zarten Sommerlinde schwängert sie die Luft geradezu mit ihrem schweren Duft und der Nektar fliesst in Strömen - ist es nicht ein Wunder, was die zusammentragen? 

Trachtalarm per SMS - Bild :Melanie von Orlow

13.6.2016: Solche SMS bekommt Imkerin doch gerne - am Abend waren es sogar plus 1,8 kg auf der Waage! Ist es nicht Wahnsinn was der Bien leisten kann wenn man ihm nur was bietet?

Ansonsten mehrere Schwarmmeldungen aber leider allesamt Einzüge - in hohle Bäume oder Gebäude, da war nichts zu machen!

Dafür ein nettes kleines Hummelnest...wieder mal...mehr dürfen es nun bald nicht mehr werden, mir gehen die Kisten aus. Und sehr viele Meldungen über gründende Hornissenköniginnen. Das wird mal wieder so'n Jahr...

12.6.2016: Dieser komplizierte Schwarm der Stockwaage hat nun zum Höhepunkte des "Arbeit-machens" seine Königin verloren! Nicht, dass ich dieser Damen nachweinen würde aber nachschaffen lasse ich die nun auch nicht mehr. Solche spinösen Ladies sind für das Stadtleben einfach nicht geschaffen. Also kurzum abgeräumt, die Damen einem zugehängten Ableger mit Zuchtkönigin zulaufen lassen und Umzug der Stockwaage...das war ein Flopp!

Nun werde ich versuchen, der Lindentracht zu folgen denn gestern - so sah es zumindest beim Flug so aus - ist wohl die erste Winterlinde aufgegangen. Der "Baum des Jahres 2016" ist in Berlin jedes Jahr "Baum des Jahres" denn von allen Berliner Trachten ist es eigentlich die zuverlässigste und reichste.

Raubzug auf Ableger - Bild: Melanie von Orlow

Noch scheint es aber noch so als ob in den Völkern viel Bedarf nach Alterteilzeitregelungen gibt - unbeschäftigte Sammlerinnen en masse! Da kommt man schon mal auf dumme Gedanken - dieser kleine 2-Waben-Ableger mit Königin aus diesem Jahr wurde dank offener Flüssigfütterung massiv beräubert. Beim Öffnen flogen einem die Räber entgegen und die Königin war nur noch von einer kleinen Leibwache umringt auf den leergefressenen Waben unterwegs...unfassbar wie brutal und gierig diese Intelligenz, nach Prof. Menzel das Depandant der Protostomier zu uns Deuterostomier, sein kann. Da half nur noch komplettes Dichtmachen der Kiste!

Die Garden warten eben auf die Winterlinde...

Die Waage steht nun unter einem ordentlichen Volk, das gerade erst in diesem Jahr sich selbst eine neue Regentin erschaffen hat. Mal sehen ob diese Enkelin der bekannten "blauen Königin" sich bewährt - die recht kleine und sehr dunkle Königin hat ein beeindruckend grosses Brutnest angelegt als ob es erst April wäre! 

Auch ein anderes Volk hat auslaufende Brut und eine weitere Buckfast-Zuchtkönigin ist wohl Geschichte. Sie sitzen aber sehr ruhig und ich denke, da ist eine Nachfolgerin am Werk. Ich nutze die auslaufende Brut und entnehme die Schwarten. So knallt mir das noch starke Volk auch nicht die leeren Brutwaben mit Lindentracht zu. Einen noch sehr leeren aber ausgebauten Honigraum habe ich entnommen und dem starken Nachbarvolk untergeschoben...die können den vwomöglich noch gut füllen und müssen dann nicht so stark bauen.

Bei den Schwärmen zeigen sich schon Unterschiede -  manche haben die Rähmchen komplett ausgebaut und andere hängen noch so auf Halbmast und scheinen erst auf die Verstärkung zu warten. Eine eingeschickte Bienenprobe eines Schwarms erwies sich als AFB-negativ - das erleichtert aber die anderen werde ich im Sommer noch durchweg testen. Trotz "Kellerhaft" hat man doch immer wieder Sorge dass die was "mitbringen"...

Bienenbox im Rohzustand - Bild: Melanie von Orlow

8.6.2016: "Vor dem Imkern hat der Herrgott den Schweiss gesetzt" - so dachte ich mir als ich dieses Riesenpaket hereinwuchtete mit dem mir Johannes eine Bienenbox zugeschickt hat. Das Testpaket stellte sich dann als Überraschungpaket heraus denn da ist zwar eine Bienenbox drin aber in Einzelteilen. Hier soll offenbar erst mal gebastelt werden und das sogar Rähmchen für Rähmchen! Das sieht nach Arbeit aus und von der habe ich grad so viel...also muss sie mir erstmal weiterhin im Weg stehen bis ich dafür Zeit finde.

Heute umschmeichelte die Linde meine Nase. Ein ganz zarter Geruch, der sofort verschwindet wenn man ihn allzu begierig einsaugt. Einer, der in Wellen kommt und sich sofort zurückzieht wenn sich die Abgase eines Autos oder die Kühle eines Rasensprengers in den Vordergrund drängen. Dennoch sind die Bienen und zwar wirklich fast alle Völker ziemlich meckrig und zickig. Ob es an dieser schwülen Wärme liegt?

Ich lasse sie mal machen und peile das Wochenende an - da soll es kühler werden.

7.6.2016: Wieviel ist ein Bienenvolk wert?
Wer aus dem Bienenvolk ist wieviel wert?
Schwierig zu beantworten...einfacher für mich ist es, meine Arbeitszeit heranzuziehen denn das Einfangen eines Schwarms dauert eben seine Zeit und für diesen "Aufwand" ist die finanzielle "Entschädigung" - nicht für eine einzelne oder gar eine bestimmte Biene!

Den schönen 2,4 kg-Schwarm vom 28.5. wollte der Käufer eigentlich einem anderen aber recht kleinen Volk zulaufen lassen. Ich riet davon ab denn das kleine Volk entwickelte sich gut; würde aber auch mit der Verstärkung nicht noch relevant Honig liefern. Also wurde er extra eingeschlagen und lief auch gut ein. Aber schon am Abend sah es so aus, als wäre die (vermutlich recht alte) Königin nicht erfolgreich mit eingelaufen. Eine Weiselprobe bestätigte die Weisellosigkeit.
Ich bot eine Königin aus meinen Beständen an doch da der Käufer eigentlich ja eh nur ein Volk halten wollte (und initial es ja auch geplant gewesen war, das Volk mit dem Schwarm zu vereinigen) wurde der weisellose Schwarm einfach dem weiselrichigen aufgesetzt.

Damit, so dachte es, habe sich ja nun alles zum Guten gewendet aber heute nun der Anruf vom Käufer wie man denn nun mit dem Preis verfahre denn ein Schwarm ohne Königin sei ja weniger wert.

24.000 vitale Bienen, voller Baukraft, 3 Stunden Einfang-Aufwand...und dennoch weniger wert weil eine Biene fehlt?? Vor allem eine, die nach der ursprünglichen Planung des Vereinigens eh von den Bienen aussortiert worden wäre??

Ein Naturschwarm ist und bleibt ein "Naturprodukt" - mit allen Risiken wie Vorteilen. Es ist ein einziges großes Überraschungsei und wie die berühmte Schachtel Pralinen weiss man (im Gegensatz zum Kunstschwarm) nicht, was man kriegt.

Ich bin betroffen von dieser Denkweise - als ob ich so eine Art "Bienen-Amazon" bin mit kostenloser Rücksendemöglichkeit und Nachlieferung und empfinde das irgendwie als ehrenrührig.
Ich verstehe mich als Imkerin und nicht als "Shop" und entscheide noch immer individuell - wäre das ein Anfänger gewesen ohne jedes weitere Volk und Chance auf Nachschaffung wäre es für mich schon aus Bienenliebe heraus selbstverständlich gewesen, umgehend Königin oder zumindest eine Brutwabe zu liefern damit die Damen wohl versorgt sind. Aber "Preisminderung"? Sind drei Stunden Arbeit nun plötzlich weniger wert?

Wer seine Bienen mit dem ganzen Service-Paket inkl. Rückgaberecht, Gewährleistung und Nachlieferung  kaufen möchte, kann bei www.fleissigesbienchen.de (und anderen) ordern - da gibt es 1,5 kg Bienen mit Buckfast-Queen für 139 € und sicherlich qualitätskontrolliert und mit Gütesiegel...aber eben nicht bei mir!

Verkaufe die Früchte meiner Arbeit, eben die Schwärme, nur gezielt (und für weit weniger als das "fleissige Bienchen") sowie nur in Hände die ich eigentlich für gut und geeignet halte - und eben nicht an anonyme Adressen aus einem Bestellformular.
Aber in den Zeiten wo man eben für alles einen "Shop" gibt, unterscheiden selbst diese Käufer offenbar nicht mehr zwischen Jenen und Solchen.

Also nochmal zu Mitmeisseln: ICH BIN KEIN WEBSHOP!

Ich arbeite noch selbst mit Herz und Händen an und mit Tieren und nicht mit Waren!

6.6.2016: Gestern hat es auf der Waage schon gezuppelt und heute ist sie da - die Linde! Wollte heute abend eigentlich die Honigräume checken und markieren um die Robinie sauber abzutrennen aber alle Honigräume voller giftig-grantiger Bienen die gerade nicht gestört werden wollen. Also Hände davon gelassen; werde morgen am Tage reinschauen wenn die Sammlerinnen sich in der linde rumtreiben und beschäftigt sind.
Immer wieder erstaunlich wie schnell dann selbst bisher unbeachtet gebliebene Honigräume Aufmerksamkeit erfahren...

Prüfung der EWKs durch den Belegstellenleiter - Bild: Melanie von Orlow

4.6.2016: So plötzlich wie sie gekommen sind, gehen sie auch wieder - das Telefon bleibt ruhig, keine Schwärme mehr. Das ist mir nur recht - nun stehen die Königinnen im Fokus. Habe die ersten bekommen - allerdings ganz profan "standbegattet" denn bisher habe ich gute Erfahrungen mit diesem Züchter gemacht. Wer natürlich sicher gehen will, schickt die unbegatteten Damen zum Hochzeitsflug wie hier zu sehen zu einer Belegstelle. Im sogenannten EWK mit Futter, Wasser und Arbeiterinnen (aber natürlich ohne Drohnen) bleiben sie dort rund zwei Wochen und verpaaren sich dabei hoffentlich mit den Besten der Besten von den bereit gestellten Drohnenvölkern.

Heute morgen duftete es nach Linde aber der Flugverkehr war dennoch verhalten...irgendwie komisch diese lange Pause zwischen dem Ende der Robinie und dem Start der Lindentracht. Dafür aber reift eine sehr ordentliche Robinienhonigernte heran so dass ich ernsthaft überlege ob ich die noch vorher abschleudern sollte. Aber noch sind nicht genug verdeckelte Zargen dabei; das lohnt noch nicht.

29.5.2016: Heute nun zwei Schwärme weiter gereicht, einen weiteren gefangen...die halten einen wirklich beschäftigt heuer.
Zwischendurch immer wieder mal irgendwelche Interviewanfragen oder andere Mitarbeit...darunter auch diese, dessen Ergebnis ich überraschend verlinkenswert finde weil vesucht wurde, das Thema von verschiedenen Perspektiven aus zu beleuchten:

http://firma-eintragen-regional.de/bienensterben-ursachen-und-folgen-fuer-die-honigernte/

Hitchcocks Zweitbesetzung - die Bienen (Bild und Ton: Melanie von Orlow)

28.5.2016: Zu meiner großen Überraschung ist das Waagstockvolk heute nicht ausgezogen - kann ich doch noch Hoffnung haben, dass sie bleiben? Offenbar gefallen ihnen die von mir gestern abend noch gegebenen Mittelwände ganz gut. Womöglich bauen sie einfach lieber Mittelwände aus anstatt selber zu bauen...und dann natürlich der leckere Honigraum...aber noch will ich auf Holz klopfen, kann auch nur sein dass sie heute Reserven gesammelt haben um morgen dann auszuziehen.

Ansonsten mal wieder ein Schwarm und damit der 10. erfolgreich in diesem Jahr erbeutete Schwarm. Der war aber nicht so einfach - erst um eine Konifere gewickelt so dass viel Schütteln und Fegen nichts brachte. Also los zum Baumarkt und eine Wasserspritze kaufen nachdem ich meine an einen Kollegen für dessen Schwarmfang verliehen hatte.

Zurück gekommen hatte sich die Strasse in eine Art Zweitbesetzung für Hitchcocks "Die Vögel" verwandelt - der Schwarm (immerhin ein 2,4 kg-Schwarm) hatte sich müssig meiner Fangversuche in Bewegung gesetzt und bewegte sich ein paar Meter weiter. Nehme an, es ist ein Vorschwarm mit alter Königin denn er bewegte sich langsam und auf Passantenhöhe.

Er begann, sich ein paar Meter weiter in einem Baum zu sammeln. In zwei Zügen holte ich mit dem Schwarmfangsack große Mengen der Bienen runter in den Kasten und nun endlich zogen sie in die Kiste ein. War ein tolles Spektakel und wunderbar, inmitten dieser Bienenwolke zu stehen und ihren Duft einzuatmen.

Der Tag endete mit lästigen Pflichten - Schleuder putzen, wischen und abwaschen...Hausfrauenlos eben ;-)

 

Kornblumen-Honig (Mitte) - Bild: Melanie von Orlow

27.5.2016: Heute nun umfänglich geschleudert - bei der Ernte in Brandenburg fiel mir ein geringer Eintrag von der Kornblume auf. Dieser grünlich-fluoreszierende Honig ist unverwechselbar und gerade im Kontrast zur noch offenen Raps-Obst-Frühtracht auffällig. Sieht aus wie ein ausgelaufener Textmarker!

Es ist nun 1 Uhr früh und die letzten Eimer laufen gerade durch das Sieb - begonnen habe ich heute um 8 Uhr! Eigentlich Irrsinn, dieses Hobby...

Nun hat jeder Schwarm auch einen ausgebauten, honigfeuchten Honigraum bekommen - auch das Waagstockvolk das trotz Polleneintrags weder mit dem Brutgeschäft noch mit nennenswertem Wabenbau beginnen hat. Ich gebe jetzt auf und habe das Absperrgitter entfernt...Reisende soll man nicht aufhalten, dann halt mit dem nächsten Schwarm!

 

Aus der Spinne wurde ein Käfer - Bild: Melanie von Orlow

24.5.2016: Das Stockwaagenvolk ist und bleibt in Wanderstimmung - gestern versuchten sie erneut das Abwandern aber aufgrund des Gitters klappt es wieder nicht. Solche Schwärme bauen leider auch kaum, bisher zehren sie von der Substanz.

Ausserdem dieser kuriose Schwarm: An einer grossen Holzspinne hatte er das schwere Gewitter überstannden und hatte die Spinne zum Käfer geformt. So wird die Hymenopterologie mit der Arachnologie und der Koleopterologie geeint...wenn das mal keine Symbolkraft hat! Schließlich geht es gerade allen Insekten an den Kragen!

 

Fast weg - das NABU Stockwaagenvolk! Bild: Melanie von Orlow

23.5.2016: Die NABU-Kampagne "Fast weg" hatte deutschlandweit auf schwindende Arten aufmerksam gemacht und offenbar hatten das Stockwaagenvolk dieses Motto vor Augen als ich gedankenverloren beim Sortieren der Honigräume diese auf deren Kiste stellte. Die Erschütterungen reichten und plötzlich quollen die Bienen in Massen aus dem Flugloch. Ich holte sofort ein Absperrgitter und hielt es fest an das Flugloch gepresst - banges Warten; das Herausquellen ging fast unvermindert weiter - dann schließlich ebbte es ab und zurück hinter dem Gitter blieben einige Drohnen und eine verzweifelt nach dem Ausgang suchende Königin!

Gerne hätte ich die ja nun gezeichnet oder gekäfigt aber ich wagte das Öffnen nicht. Mit ein paar Reißzwecken wurde das Gitter am Flugloch fixiert - nun bleibt das da, jetzt reicht mir das. Schon beim Einlauf war mir dieses Volk ja etwas empfindlich vorgekommen und nun hatte ich es live erlebt wie sensibel die noch sind!

5 Minuten später waren sie alle wieder da und strömten zurück in die Kiste. Wenigstens nur eine Königin im Schwarm wie die Stockwaage zeigt.

Ansonsten hat die Robinie losgelegt und das schwülwarme Wetter läßt auf reiche Tracht hoffen. Habe allen Trachtvölkern auch gleich noch einen Honigraum untergeschoben damit das gute Zeug auch Platz hat.

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