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Aktualisiert (Montag, 30. Mai 2016 um 22:18) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 20:46

...auf der Website der Liesborner Imkerei "Zur Tegeler Biene". Hier berichte ich aus dem "Imker-Alltag", garniert mit dem einen oder anderen Schmankerl aus der Welt der Hummeln, Wespen und Hornissen. Wer noch mehr Imker und Imkerei erleben will besucht bitte die Website meines Vereins, des

 


 Liebe Besucher von hymenoptera.de - hornissennest.de: Wir arbeiten am Relaunch - bis dahin wird auf diese Website umgeleitet! Die Beraterdatenbank ist weiterhin erreichbar!

Die diesjährigen Weiselzeichenfarbe ist WEISS
2015 war es BLAU
2014 war es GRÜN

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1. Schleudern 2016: Am Freitag, dem 27.5.2016 wurde der erste Frühtrachthonig geschleudert!

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29.5.2016: Heute nun zwei Schwärme weiter gereicht, einen weiteren gefangen...die halten einen wirklich beschäftigt heuer.
Zwischendurch immer wieder mal irgendwelche Interviewanfragen oder andere Mitarbeit...darunter auch diese, dessen Ergebnis ich überraschend verlinkenswert finde weil vesucht wurde, das Thema von verschiedenen Perspektiven aus zu beleuchten:

http://firma-eintragen-regional.de/bienensterben-ursachen-und-folgen-fuer-die-honigernte/

Hitchcocks Zweitbesetzung - die Bienen (Bild und Ton: Melanie von Orlow)

28.5.2016: Zu meiner großen Überraschung ist das Waagstockvolk heute nicht ausgezogen - kann ich doch noch Hoffnung haben, dass sie bleiben? Offenbar gefallen ihnen die von mir gestern abend noch gegebenen Mittelwände ganz gut. Womöglich bauen sie einfach lieber Mittelwände aus anstatt selber zu bauen...und dann natürlich der leckere Honigraum...aber noch will ich auf Holz klopfen, kann auch nur sein dass sie heute Reserven gesammelt haben um morgen dann auszuziehen.

Ansonsten mal wieder ein Schwarm und damit der 10. erfolgreich in diesem Jahr erbeutete Schwarm. Der war aber nicht so einfach - erst um eine Konifere gewickelt so dass viel Schütteln und Fegen nichts brachte. Also los zum Baumarkt und eine Wasserspritze kaufen nachdem ich meine an einen Kollegen für dessen Schwarmfang verliehen hatte.

Zurück gekommen hatte sich die Strasse in eine Art Zweitbesetzung für Hitchcocks "Die Vögel" verwandelt - der Schwarm (immerhin ein 2,4 kg-Schwarm) hatte sich müssig meiner Fangversuche in Bewegung gesetzt und bewegte sich ein paar Meter weiter. Nehme an, es ist ein Vorschwarm mit alter Königin denn er bewegte sich langsam und auf Passantenhöhe.

Er begann, sich ein paar Meter weiter in einem Baum zu sammeln. In zwei Zügen holte ich mit dem Schwarmfangsack große Mengen der Bienen runter in den Kasten und nun endlich zogen sie in die Kiste ein. War ein tolles Spektakel und wunderbar, inmitten dieser Bienenwolke zu stehen und ihren Duft einzuatmen.

Der Tag endete mit lästigen Pflichten - Schleuder putzen, wischen und abwaschen...Hausfrauenlos eben ;-)

 

Kornblumen-Honig (Mitte) - Bild: Melanie von Orlow

27.5.2016: Heute nun umfänglich geschleudert - bei der Ernte in Brandenburg fiel mir ein geringer Eintrag von der Kornblume auf. Dieser grünlich-fluoreszierende Honig ist unverwechselbar und gerade im Kontrast zur noch offenen Raps-Obst-Frühtracht auffällig. Sieht aus wie ein ausgelaufener Textmarker!

Es ist nun 1 Uhr früh und die letzten Eimer laufen gerade durch das Sieb - begonnen habe ich heute um 8 Uhr! Eigentlich Irrsinn, dieses Hobby...

Nun hat jeder Schwarm auch einen ausgebauten, honigfeuchten Honigraum bekommen - auch das Waagstockvolk das trotz Polleneintrags weder mit dem Brutgeschäft noch mit nennenswertem Wabenbau beginnen hat. Ich gebe jetzt auf und habe das Absperrgitter entfernt...Reisende soll man nicht aufhalten, dann halt mit dem nächsten Schwarm!

 

Aus der Spinne wurde ein Käfer - Bild: Melanie von Orlow

24.5.2016: Das Stockwaagenvolk ist und bleibt in Wanderstimmung - gestern versuchten sie erneut das Abwandern aber aufgrund des Gitters klappt es wieder nicht. Solche Schwärme bauen leider auch kaum, bisher zehren sie von der Substanz.

Ausserdem dieser kuriose Schwarm: An einer grossen Holzspinne hatte er das schwere Gewitter überstannden und hatte die Spinne zum Käfer geformt. So wird die Hymenopterologie mit der Arachnologie und der Koleopterologie geeint...wenn das mal keine Symbolkraft hat! Schließlich geht es gerade allen Insekten an den Kragen!

 

Fast weg - das NABU Stockwaagenvolk! Bild: Melanie von Orlow

23.5.2016: Die NABU-Kampagne "Fast weg" hatte deutschlandweit auf schwindende Arten aufmerksam gemacht und offenbar hatten das Stockwaagenvolk dieses Motto vor Augen als ich gedankenverloren beim Sortieren der Honigräume diese auf deren Kiste stellte. Die Erschütterungen reichten und plötzlich quollen die Bienen in Massen aus dem Flugloch. Ich holte sofort ein Absperrgitter und hielt es fest an das Flugloch gepresst - banges Warten; das Herausquellen ging fast unvermindert weiter - dann schließlich ebbte es ab und zurück hinter dem Gitter blieben einige Drohnen und eine verzweifelt nach dem Ausgang suchende Königin!

Gerne hätte ich die ja nun gezeichnet oder gekäfigt aber ich wagte das Öffnen nicht. Mit ein paar Reißzwecken wurde das Gitter am Flugloch fixiert - nun bleibt das da, jetzt reicht mir das. Schon beim Einlauf war mir dieses Volk ja etwas empfindlich vorgekommen und nun hatte ich es live erlebt wie sensibel die noch sind!

5 Minuten später waren sie alle wieder da und strömten zurück in die Kiste. Wenigstens nur eine Königin im Schwarm wie die Stockwaage zeigt.

Ansonsten hat die Robinie losgelegt und das schwülwarme Wetter läßt auf reiche Tracht hoffen. Habe allen Trachtvölkern auch gleich noch einen Honigraum untergeschoben damit das gute Zeug auch Platz hat.

 

Einlauf in die Schmuckbeute - Bild: Melanie von Orlow

21.5.2016: Heute zog nun mein neues Stockwaagenvolk ein - möchte die Gewichtszunahme eines Schwarms bei komplettem Selbstbau des Wabenwerkes dokumentieren...und damit auch die Robinie, die tatsächlich nun an verschiedenen Stellen das erste Weiß zeigt! Obacht, nun geht es ganz schnell mit dieser kurzen und möglichweise reichen Tracht! Muss die Honigräume nun bald leeren um die Sammelfreude zu erhalten.

Außerdem habe ich nun endlich wieder meine Schmuckbeute mit Leben füllen - ein gewaltiger 3-Kilo-Schwarm (wohlgemerkt drei Kilo NACH der Hungerphase von drei Nächten!) zog in die Schmuckbeute in den Vorgarten. Das war ein rechtes Spektakel und beeindruckt hat mich, wie viele Bienen nach der Hungerphase noch flugaktiv waren. Bis in die Dämmerung schossen diese Bienen heraus um zu Sammeln und dem hungernden Schwarm neues Leben einzuhauchen.

Dennoch bleiben nur wenige tote Bienen auf dem Einlaufbrett zurück - der Schwarm hat bis zuletzt alles untereinander geteilt. Nun muss er bauen was das Zeug hält, er hat nur Anfangsstreifen und wenige Mittelwände als Startkapital. Auch hier bin ich unsicher ob da alles im Kasten bleiben wird - da waren mindestens 3 Königinnen im Schwarm wie ich meine. Kann sein, dass ein Teil wieder ausziehen wird auch wenn die Kiste mit 15 DN 1,5-Rähmchen reichlich Platz bietet.

Schwarmfang mit Eimer - Bild: Melanie von Orlow

20.5.2016: Was in Spandau ganz problemlos ging war in Wedding/Tiergarten schon ein richtiger Staatsakt - braucht es wirklich eine Feuerwehr um diese Situation zu lösen? Schwarm nur so 5m hoch aber nachdem ein Teil schon heruntergefallen war, hatte es Meldungen an die Polizei gegeben - direkt über dem Gehweg pendelte die "Keule" hin und her, auuf dem Boden viele krabbelnde und tote Bienen.

Also schickt die Leitstelle erstmal die Polizei. 3 Mann hoch schauen in den Baum und finden auch: Ziemlich gefährlich. Wenn da was in einen Kinderwagen fällt. Also Feuerwehr angefordert. Feuerwehr schickt erstmal einen technischen Hilfswagen (OHNE Leiter) und da schauen nun zwei weitere Leute hoch und am Ende diskutieren 5 Beamte über den Schwarm, die Zuständigkeiten, die schlechte Abstimmung, warum man den "dem Imkerverband" helfen solle und wer das denn auf seine Kappe nehmen soll.

Ich stelle dann erstmal klar dass ich gerade hier die Einzige bin, die für das Hier-Herumstehen nicht bezahlt wird und hier nur auf Bitten der Polizei sei. Und dass ich mich sicherlich nicht 5 m hoch auf eine freistehende Leiter schwingen werde.

Da hat man ein Einsehen und dann endlich bekomme ich "meine" Feuerwehr, weitere 2 Mann, berge den Schwarm und schaue ihm noch 2 Stündchen beim Einmarschieren zu.

Wenn ich dann mal ausrechne was dieser eine Schwarm gekostet hat...da hoffe ich, wir kommen nicht in das Schwarzbuch der Steuerverschwendung.

Aber was hätte alles passieren können...Schwarm fällt in Kinderwagen und die Boulevardpresse schrei(b)t. Schwarm fliegt ab und zieht in Lüftungsschacht wo er abgetötet werden muss...Schwarm landet auf der Straße und verursacht Verkehrsunfall...alles auch keine schönen Alternativen.

Nun wird er seinen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit leisten und soll auf die Stockwaage ziehen. Und natürlich Bestäubung machen und was Bienen noch so alles tun.

Außerdem sind gerade alle Schwarmfangkästen belegt...daher musste ich wieder mal improvisieren. Dieses Mal mit einem Eimer, den ich mit einem kleinen Loch zum Einlaufen versehen habe. Toll, wie schön die dieses kleine Loch dann finden und belaufen. Aber dauert alles viel länger als mit dem schönen Kasten und breitem Absperrgitter zum Einlaufen. Muss ich dringend leeren..

 

Schwarmfang mit Imkeranzug - Bild: Melanie von Orlow

19.5.2016: Heute Besuch am Außenstand und wieder mal der Klassiker: Dicker Schwam im Birnenbaum - da bin ich zu spät gekommen. Und keine Leiter und keinen Schwarmfangkasten dabei. Nur diesen dämlichen Schwarmfangsack und eine lang ausziehbare Stange. Damit also dann mal in den Schwarm gestochert und den Großteil hinein verklappt. 

Unten auf dem Boden kurz reingeschaut und gleich auf Anhieb die Queen entdeckt - aber in diesem Sack können sich die Bienen nicht gut sammeln. Also musste improvisiert werden: Der Ersatzanzug im Auto wurde zum Schwarmfangsack umgebaut, Arme verknotet und der Sack darin entleert. Im Hut war die Königin gut zu entdecken. Also mit dem Clip gefangen und am Hutgummi verknotet. Dann wurde der Hut mangels Ständer über eine alte Klappleiter gestülpt und der Reissverschluss geöffnet so dass die Immen einfach Zugang hatten. Die Schwarmwolke setzte sich in Bewegung und binnen einer Stunde waren die Damen wohl behütet. Muß man eben auch mal improvisieren...

Der Raps geht langsam zur Neige und der Bautrieb erlahmt...Feierabend in Brandenburg!

Kampf der Königinnen - Bild: Melanie von Orlow
18.5.2016: Nachdem es am Dienstag bei dem schlechten Wetter aus einer Kiste - dem Flugling meines schwarmtriebigen Volkes - munter getütet und gequakt hatte wurde gestern kontrolliert und organisiert. War auch dringend notwendig - der Flugling lagerte in dicken Schichten und die Damen warteten gerade auf das Startsignal. Bestimmt ein Dutzend schlupfreife Zellen, deren Königinnen blitzschnell schlüpften kaum dass die Wabe aus dem Kasten war und der Kontakt zu der tütenden Erstgeborenen unterbrochen war.

Dann gab es dramatische Szenen, die in Natur eher die Ausnahme sind und die Bienenkönginnen durch das Tüten und Quaken vermeiden wollen - die jungfräulichen Damen fielen übereinander her um ihre Konkurrenz wortwörtlich auszustechen. Andereentzogen sichdem Getümel durch blitzschnellen Abflug.

Eine Queen spende ich samt zugefegten Bienen als vorweggenommenen Schwarm dem Schaukasten des Imkereimuseums aber weitere will ich eigentlich nicht auf dem Stand vermehren. 

Sehr unschön sowas aber leider nicht zu vermeiden - dieses Volk ist wirklich ein "Schwamteufel", Flugling und Ableger stehen ganz oben in der "Must-umweiseln"-Liste! Die machen mir wirklich viel Arbeit aber angesichts der vielen Schwärme die in diesem Jahr bereits an die Kammerjäger gegeben werden mussten da unerreichbar in Lüftungsschächten verschwunden, ist das ein aktiver Beitrag zum Bienenschutz.

Aber wie schön dass sich die restlichen so gut benehmen - das "Flachzargen"-Volk hat nun endlich seine Brut wieder auf den großen Brutraum erweitert und die Flachzarge wurde abgefegt und als Honigraum aufgesetzt. Nun ist die Drohnenbrut ausgelaufen und die restliche Arbeiterinnenbrut kann dort oben fertig gepflegt werden.

Die meisten Völker haben nun 2 bis 3 Honigräume voll und fast vollständig verdeckelt - die Verstärkung durch das Zusammenlegen der Völker merke ich schon deutlich. Keine Schwarmanzeichen in den anderen Völkern obwohl eine Königin wirklich nur auf 4 Brutwaben sitzt (zzgl. Baurahmen) - das sind gerade 6 DN-Waben also eigentlich arg wenig aber womöglich hat gerade das frühe Vereinigen einfach auch nicht notwendig gemacht, so viel Brut anzulegen? Die Bienenmasse passt eigentlich, 3 Honigräume sind gut besetzt.

Aber wundern tut mich das schon - ist es doch eine Buckfast aus der Zuchtgemeinschaft Friedrichskoog und da hatte ich mir eigentlich etwas mehr erhofft. Die Bucki aus der Berufsimkerei von Frank Osterloh hat sich wie ihre Vorgängerinnen super entwickelt und sitzt auf sechs voll bebrüteten Rähmchen und das ohne jede Verstärkung durch Vereinigung!

 

Stifte auf Jungfernwachs - Bild: Melanie von Orlow

16.5.2016: Kaum ein Sonnenloch aber nun habe ich eines genutzt um den letzten Schwarm ein zu logieren - morgen soll es nicht besser werden und dann haben sie wenigstens einen Tag den sie zum Bauen nutzen können. Auch dieses Mal habe ich die Königin gut gefunden - immerhin hatten sie schon 4 Wabenzungen gebaut und dazwischen war die Lady zugange. Leider nicht gezeichnet aber da sie schon stiftete muss sie mindestens aus dem letzten Jahr sein. Habe sie gleich in grün gezeichnet und über das Flugloch mit einlaufen lassen - das hat den Einmarsch der Immen dann auch sehr beschleunigt.

 

Katharina zeigt Naturwabenbau - Bild: Melanie von Orlow

15.5.2016: Das regnerisch-kühle Pfingstwetter ist die Gelegenheit, dieses schöne Bild online zu stellen.

Meine diesjährige Imkernovizin Katharina zeigte bei der letzten Durchsicht diese schöne Naturbauwabe - ein zu 3/4 ausgebautes und mit Arbeiterinnenbrut weitgehend bestiftes Rähmchen das praktisch ohne Mittelwand entstanden ist. Ausgangspunkt war eine Altwabe, die bis auf einen schmalen Steg aus unbebrüteten Zellen am Oberträger ausgeschnitten wurde und dann brutnestnah gegeben wurde. Solche Rähmchen werden im Gegensatz zu Mittelwänden nicht zunächst als Schied wahrgenommen, sondern entsprechen am ehesten der natürlichen Bauform im Stock - noch besser als Mittelwandstreifen werden solche Waben ausgezogen und besonders schön ist es wenn das auch noch im reinen Arbeiterinnenzellenformat gelingt.

Innerhalb einer Woche wurde die Wabe fast komplett erstellt.

Die Feuerwehr hilft - Bild: Matthias K.
14.5.2016-Update: Man sollte den Tag nicht vor dem Abend resumieren - heute nachmittag noch 2,5 kg Bienen aus einem Straßenbaum gefischt. Allerdings in 10 m Höhe und das ging dann nur in Begleitung mit einem freundlichen Team der Berliner Feuerwehr und einem gleich dreiköpfigem Polizeiteam, die die Straße sperrten damit wir auf- und absteigen konnten. Dank eines auf Schwarmhöhe wohnenden Nachbarns habe ich sogar mal ein paar schöne Bilder bekommen. Leider wurde es dann recht schnell kühl so dass ich rund ein Pfund Bienen im Baum zurück lassen musste - war also eigentlich sogar ein drei-Kilo-Schwarm. Aber denen wurde es dann einfach zu frisch zum Abfliegen und ich konnte nun schlecht die Feuerwehr über Stunden beschäftigen.

Meinen herzlichen Dank an die unbürokratisch-schnelle Hilfe durch die Feuerwehrwache und die Polizei sowie dem Schwarmmelder, dem das Schicksal des Schwarms nicht egal gewesen war...wenn ich mir die Wettervorhersage so ansehe schätze ich dass die Bienen nicht viel Chance gehabt hätten...

 

Königin zum Schwärmen - Bild: Melanie von Orlow
14.5.2016: Kühl ist es geworden doch die Sonne am Nachmittag lockte ausreichend um den Schwarm von gestern einlaufen zu lassen. Morgen soll es ja sehr ungemütlich werden und dann müsste der Schwarm noch länger warten anstatt schon zu bauen.

Beim Einlaufen lassen dann zu meiner Freude wieder eine (dieses Mal grün) gezeichnete Königin entdeckt - finde ich ja prima, dass nun so viele Imker und Imkerinnen ihre Königinnen zeichnen, da findet man sie besser und man weiss etwas mehr mit wem man es zu tun hat.

Frage mich wann es die ersten Plättchen mit individuellem QRcode oder URL drauf geben wird...

Habe sie mit der kleinen Wabenzunge beim Einlauf an das Flugloch bugsiert und sie ging willig hinein, ab und an wieder mal raus aber letztlich blieben sie alle zu Fuss und wanderten brav in die neue Kiste. 

13.5.2016: Heute war Schwarmhöhepunkt - vier Meldungen an einem Tag! Leider zwei davon vergeblich angefahren - bei einem fegte schon ein Kollege und beim anderen hatte schon jemand gefegt, der nächste war zu hoch...dafür war dann der nächste ein Treffer und der konnte eingesackt werden.

Schwarm platt an der Wand - Bild: Melanie von Orlow

Der hing bereits seit gestern an der Wand einer Terrasse und konnte recht gut abgefegt werden. Wie ein dicker Teigfladen oder eine Pizza an der Wand - wirklich kurios!
Leider wieder unter 2 kg, also wirklich keine Riesenschwärme bisher...

 

Schwarm sitzt am Deckel des Schwarmfangkastens - Bild: Melanie von Orlow

12.5.2016: Die nächste Schwarmmeldung; wieder im fernen Süden...habe ich an die noch Suchenden aus meiner Liste vermittelt denn heute war Kindergeburtstag und Imkern und damit gar keine Zeit. Denn es soll ja nun kühl und feucht werden - für die Natur super und für die Immen die Gelegenheit zum Koffer-packen. Daher noch mal durchgeschaut und das war auch ganz gut so.

Mein "Flachzargen"-Volk konnte ich auf eine Flachzarge reduzieren und immerhin wurde schon eine DN 1,5er Wabe bestiftet...hoffe sehr, die Damen nun wieder nach oben zu locken denn noch immer habe ich sie nicht gefunden. Nehme an, sie hat ihr Plättchen verloren.

Das Restvolk des Fluglings hatte wieder rund eine Million Weiselzellen angelegt...die sind wirklich sowas von schwarmfreudig...kein Wunder dass der Züchter diese Königin los werden wollte; dumm nur, dass gerade ich sie ihm abgekauft habe!
Auch der Flugling hat inzwischen reichlich Weiselzellen aber da bin ich etwas gespannt - würden die noch mal abschwärmen wollen? Werde ich beobachten denn eigentlich sagt das Lehrbuch ja ganz klar nein...hoffe mal, die Immen haben sie auch gelesen.

Die restlichen Völker verpollen zwar zunehmend aber sind noch nicht in weiteren Schwarmvorbereitungen...kann sich aber ändern.

Ausserdem wurde der Schwarm einlogiert, wie immer mussten die Damen zu Fuss durch die Haustür einmarschieren was sie auch bald taten nachdem ich die Queen direkt vor die Haustür gesetzt hatte. War wieder ein tolles Spektakel und insbesonderefür meine beiden "Novizen" Thomas und Katharina ein Highlight....immer wieder toll wie schön die das machen. Hoffe, sie bauen nun auch so schön denn wie immer gab es nur Anfangsstreifen!

 

Der Einzug in den Schwarmfangkasten - Bild: Melanie von Orlow

10.5.2016: Heute endlich der erste "richtige" Schwarm! Nach bisher drei vergeblichen Meldungen (zwei bereits eingezogene Schwärme und einer war noch in Bewegung) erreichte mich heute abend endlich mal was "richtiges": bequeme 2 m hoch im Obstbaum und im Privatgarten. Leider nur am anderen Ende der Stadt. Aber herrjeh, am Abend ist die Chance gut dass er bleibt und der erste Schwarm...das muss ich nutzen. Also eingesackt wenngleich das dauerte...der hatte sich dermassen um den Baum gewickelt dass da schwer was zu fegen war. Aber dann ganz besonders nett: Plötzlich die Königin entdeckt - unschwer zu übersehen denn sie war blau gezeichnet! Also aus imkerlicher Hand, die Dame. Habe sie rasch mit dem Clipkäfig gefangen und gleich in den Kasten gesetzt damit die anderen nachfolgen können.

Nun ruht er dunkel und kühl bis zum Einlauf in sein neues Heim.Mit rund 2 kg kein grosser Vorschwarm aber wenigstens überhaupt mal einer...

5.5.2016: Wieder ein sehr turbulenter, bieniger Tag...dabei fing es harmlos an: Inspektion eines Brandenburger Standes; dort hatte die am 29.4.2016 geschlüpfte Weisel bereits mit dem Stiften begonnen und wurde mit weissem Punkt gekrönt - gute Leistung für eine gerade 6-Tage-alte Königin! Auch die anderen Völker hatten kräftig Verstärkung bekommen und trugen fleissig Raps ein.

Beim Blick auf den Berliner Stand komisches Gefühl bei dem einenn Volk...so viele Bienen am Flugloch? Das war nun auch genau das Volk das sich bei der letzten Durchsicht am 30.4. als schwarmtriebig erwiesen hatte...die Nachbarn riefen mich zu sich, es habe so laut gesummt im Garten. Aber dort war nichts zu sehen. Laut Stockwaage dann aber tatsächlich zwischen 11 und 12 Uhr 3 kg weniger!
Aber kurios, am Flugloch plötzlich die Hölle los - Bienen strömen herbei und in breiter Front ins Innere. Rund 2 Stunden nach dem Schwarmauszug marschiert der Vorschwarm wieder zurück!

Durchsicht ergab prächtige Schwarmzellen, proppevolle Kiste, Schwarmduft in der Luft aber keine Königin zu finden - was tun, sprach Zeus?

Königin hängen geblieben im Kasten und nicht gefunden? Oder im Schwarmakt verloren?
Nicht zu klären...aber als erste Hilfe habe ich flugs einen Flugling gemacht - bei unsicherer Lage bezüglich der Altkönigin erschien mir das als das sicherste Vorgehen. Eine Wabe mit Weiselzellen blieb im Kasten, dazu Anfangsstreifen zum Bauen und Basteln und natürlich die Honigräume. Die restlichen Waben samt Weiselzellen und aufistzenden Bienen zwei Plätze weiter in einen neuen Kasten. Futterwabe als Puffer und einen Honigraum mit Anfangsstreifen zum Ausbauen. Durch die Trennung der Jungbienen von den erfahrenen Flugbienen (die ja bei der Rückkehr in den alten Kasten zurückfliegen) ist der Schwarmabgang selbst bei nun mehreren Weiselzellen unwahrscheinlich...hoffe, das klappt auch so bei dem Flugling.

BDumm gelaufen: Brut im Honigraum - Bild: Melanie von Orlowesonders "vergnüglich" war der Blick dann in das Nachbarvolk, in das ich zuletzt eine Wabe zur Weiselprobe gegeben hatte - die gute Nachricht: Ich habe die Königin wieder gefunden....die schlechte: Sie war die letzten Wochen aus irgendwelchen Gründen im Honigraum zugange!

Nun habe ich ein (alb)traumhaftes Flachzargenbrutnest...viel Drohnenbrut im Mix mit Arbeiterinnenbrut und irgendwo die Königin die nicht zu finden war!

Also fröhliches "Legoimkern": Zwei Flachzargen übereinander und dort die reinen Brutwaben im Kaltbau. Darauf dann ein DN 1,5er Brutraum - ohne Absperrgitter aber mit Leerwaben und Baurahmen sowie einem abschließenden Schied.

Die Hoffnung ist, dass die Bienen das Brutnest wieder nach oben verlagern denn so fluglochnah ist das eigentlich nicht nach ihrem Gusto; vor allem so ohne Schied. Wenn die Brut dann ausgelaufen ist, kann ich die Zargen wieder entfernen und die Rähmchen ausschneiden. Nur die Frühtracht werde ich wohl vergessen können denn die wird ziemlich sicher nun in den Brutraumwaben oben landen...Dumm gelaufen!

 

Randolf Menzel - Bild: Melanie von Orlow

4.5.2016: 300 Bilder pro Sekunde sieht eine Biene. Dazu polarisiertes Licht und statt Rot (was bei ihr als Schwarz ankommt) wird dafür das für uns nicht sichtbare UV gesehen. Bienen übertragen erlernte Regeln - eine für die Belohnung erforderliche Abfolge an Farben wenden sie umgehend auch auf Muster oder sogar Gerüche an. Sie stoppen ihre für ein bestimmtes Ziel werbenden Kameradinnen wenn sie an diesem Ziel angegriffen oder verärgert wurden. Sie einigen sich auf den besten Platz wenn auf einer Schwarmtraube für unterschiedliche Nistquartiere geworben wird indem sie Tänzerinnen für schlechtere Plätze bremsen.
Diese und viele andere Leistungen präsentierte Prof. Dr. Dr. Randolf Menzel bei seinem Vortrag in der Urania. Dies war nicht nur die Gelegenheit, sein zusammen mit Matthias Eckoldt verfasstes Buch "Die Intelligenz der Bienen" samt Autogramm zu erwerben, sondern dabei auch gleich mit lieben Klischees aufzuräumen:

Die Königin wisse am wenigstens was eigentlich im Stock abgehe. Keine "Schwarmintelligenz" sei der Schwarmabgang, sondern das Ergebnis von wenigen, sehr einfachen Regeln die im Prinzip sagen: "Folge dem Schnellsten und halte dabei einen bestimmten Abstand" (wobei die schnellsten eben die erfahrensten Spürbienen sind, die das neue Ziel schon kennen). Bienen sind als "Bombensucher" oder "Drogendetektoren" wesentlich ungeeigneter als Hunde und ihr Geruchssinn mit 60.000 Nerven/Fühler ist kaum besser als der unserige. Was uns wortwörtlich stinkt (wie z.B. Fettsäuren) wie auch blau-grüne Farben lernen sie schlechter als blumige Düfte und violette Farbtöne.

Und doch noch so viele Fragen offen: Da der Schwarm vornehmlich aus älteren, erfahrenen Bienen besteht, müssen diese im neuen Quartier wieder "jung" werden um Wachs zu produzieren und Larven zu pflegen...bewahren sie dann das Erlernte aus dem "alten Leben"?

Eingestreut wurden Leseproben aus dem Buch mit biografischem Hintergrund und unterhaltsame Anekdoten aus seinem Forscherleben...macht Lust auf mehr und wem schon Tom Seeleys Buch "Honeybee Democracy" gefallen hat, dürfte wohl auch an diesem Buch Spaß haben...

30.4.2016: Endlich wieder Sonne und Wärme! Beeindruckende Vorspiele an den Kisten; die ganzen neuen Jungbienen führten Tänze auf als ob da gleich ein Schwarm abginge! Die Durchsicht aber zeigte bei den meisten keine besondere Schwarmneigung - außer der eine Kandidat bei dem ich schon bei der ersten Jahresdurchsicht am 9.3. gedacht hatte: Das Volk hat Großes vor! Es hatte damals schon gleich vier Waben statt der üblichen 2-3 in Beschlag genommen und glänzte nun durch reichlich Weiselzellen.
Also noch die letzten Beutenteile gestrichen damit ich für die Schwärme gewappnet bin.

Bedauerlicherweise ist der Raps in Vollblüte aber die Bienen nach meinem Geschmack nicht so weit entwickelt. Keine gute Rapsernte wird das werden...

 

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