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Aktualisiert (Freitag, 24. Juni 2016 um 15:28) Geschrieben von: Administrator Montag, 29. September 2008 um 20:46

...auf der Website der Liesborner Imkerei "Zur Tegeler Biene". Hier berichte ich aus dem "Imker-Alltag", garniert mit dem einen oder anderen Schmankerl aus der Welt der Hummeln, Wespen und Hornissen. Wer noch mehr Imker und Imkerei erleben will besucht bitte die Website meines Vereins, des

 


 Liebe Besucher von hymenoptera.de - hornissennest.de: Wir arbeiten am Relaunch - bis dahin wird auf diese Website umgeleitet! Die Beraterdatenbank ist weiterhin erreichbar!

Die diesjährigen Weiselzeichenfarbe ist WEISS
2015 war es BLAU
2014 war es GRÜN

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1. Schleudern 2016: Am Freitag, dem 27.5.2016 wurde der erste Frühtrachthonig geschleudert!

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Tot gespritztes Feld mit Nisthilfe - wirklich gute fachliche Praxis? Bild: Melanie von Orlow24.6.2016: Turbulente und umtriebige Tage liegen hinter (und wohl auch vor) mir. Die Bienen-Tagung des BMEL wurde von den "Who-is-Who" der Bienenwelt besucht...aber natürlich fanden sich auch zahlreiche Lobby-Vertreter der Industrie auf der Teilnehmerliste. Leider auch zahlenmäßig mehr als von NABU, BUND und anderen "Öko-Lobbyisten"...dafür aber umso mehr Imker und Imkerinnen.

Die Themen wie auch die Moderatorin waren mit Bedacht gewählt und so sollte stets positiv und in der "Wir-schaffen-das"-Manier das Thema Bienen und Imkerei beleuchtet werden. So blieben die Kernthemen wie die Verantwortung der Industrie und der Landwirtschaft ausgeblendet - was ich am Ende doch zumindest bedauernd kommentierte. Das nötigte eine Dame von der "Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft" (FNL) gleich zum unsachlichen Vorwurf der "Polemik".

Die Moderatorin zischte mir beim Gehen noch ein "Negatives am Ende - das geht gar nicht!" zu aber schön im Vorbeigehen damit man bloß nicht noch in eine Diskussion verwickelt werden kann.

Schließlich hatte sie es geschickt verstanden, zu viele Nachfragen nach Pestizid-Abdrift und Petizid-Einsatz auf "später" zu verschieben was praktisch bedeutete, dass die Themen gar nicht mehr auf den Tisch kamen. Stattdessen wurden eben fröhlich-positiv die Erfolge gefeiert wie eben der Umstand, dass die Deutsche Bahn nun an einem Rahmenvertragmit dem DIB feilt damit die Flächen für Imker zugänglich werden...obwohl im Vortrag des Herrn von der DB-Netz AG selbst schon klar wurde, dass es voraussichtlich noch Jahre dauern kann ehe das im Konzern umgesetzt werden wird. Und letztlich auch nur bedeutet, dass ein paar mehr Imker ein paar mehr Bienenvölker aufstellen können - was das für die dortigen Wildbienen bedeutet wird sich dann zeigen.

Diskussion war also ganz offenkundig unerwünscht - schade eigentlich.

Warum darf man nicht fragen oder gar diskutieren, warum die Bio-Bauern maschinell den Unterwuchs unter den Obstbäumen beseitigen und auf Pestizideinsatz entlang der Zäune verzichten können während die "normalen" Bauern das nicht können, wollen oder gar sollen?

Warum ist unser Obst offenbar noch immer zu billig so dass sich die Bauern weder wilddichte Zäune noch maschinelle Bearbeitung anstatt "Pflanzenschutzmitteln" unter den Obstbäumen leisten können?

Solche Fragen gehören doch auch ins und ans BMEL, oder?

Viele ZuhörerInnen fanden das offenbar auch und bedankten sich anschließend bei mir...sie hatten diese Aspekte zumindest auch vermisst selbst wenn das schon mal vor drei Jahren bei der Taung Thema gewesen sei.

Aber hoffnungsvoll war das Grußwort von Christian Schmidt, dem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, der offenbar weitere Schritte gegen Neonicotionoide plant - er scheint die immer deutlicheren Zeichen für den notwendigen Wandel erkannt zu haben und will sich nicht mal vorwerfen lassen, nichts getan zu haben...und so konnte man doch mit einem gewissen positiven Grundgefühl aus dem Ministerium gehen.

Im Prinzip lobenswerte und richtige Projekte wie Eh da-Flächen (übrigens von der FNL heftig beworben) und DB-Flächen für Imker können abe eben allenfalls ergänzen und sollten nicht von den Hauptproblemfeldern ablenken...wie offenbar von gewissen Lobby-Gruppen gewünscht.

Nun aber ran - und zwar alle Akteure und eben nicht nur ImkerInnen, Bahn, Städtetag & Bieneninstitute !

20.6.2016: Die nächsten beiden Zuchtköniginnen sind versorgt. Das war etwas kompliziert heute - ich wollte einfach nur zwei Mini-Ableger mit jeweils einer vereckelten Brutwabe machen und hatte mir dafür einen Schwarm ausgesucht, der sich mit einer grün gezeichnete Königin nur langsam und zögerlich entwickelt hatte. Brut aller Stadien inklusive Stifte war vorhanden; Königin nicht gefunden aber da ich ja nur zwei verdeckelte Waben brauchte, musste ich die ja nicht suchen. Plötzlich aber eine Wabe in den Händen mit 4 Weiselzellen...sonst aber keine! Offenbar waren die genauso unzufrieden mit der Königin gewesen und waren in stiller Umweiselung.

Das aber bedeutete dass eben keine gezeichnete und leicht zu findende Queen im Volk war! Wenn ich die nun versehentlich zu einer meiner gekäfigten Königinnen gehängt habe, hat die im Käfig keine Chance!

Also noch mal durchsucht und dann habe ich neue doch noch gefunden - zum Glück nicht in den Ablegern!

Nutze die Gelegenheit zum Tausch und die frisch geschlüpfte bekommt den Ableger und die gekäfigte Zuchtkönigin kommt in das Volk. Mal sehen ob sie in dieser Stimmung die neue einfach gleich annehmen.

Wenn Bienen fensterln - Bild: Melanie von Orlow

15.6.2016: Heute doch wirklich noch einen Schwarm eingesackt. Der hing schon seit dem Wochenende an der Fassade in Reinickendorf und "fensterlte" ohne ein Quartier zu finden. Zum Glück rief mich der mit der Bekämpfung beauftragte Schädlingsbekämpfer an anstatt Hand an zu legen. War nicht ganz einfach denn der Schwarm war bestimmt 7 m hoch über einem Erker. 

Über die Hauswartsfrau konnte ich dem Bewohner eine Nachricht zukommen lassen und heute habe ich es dann versucht. Erst den Kasten an dem Gurt unter den breiten Bienenteppich bugsiert und dann langsam nach oben gezogen ehe kurz aber kräftig gefegt und zugemacht wurde. Die Damen waren angesichts des langen Campierens  träge und recht meckerig drauf, zogen dann aber willig in den Kasten. Am Ende - nach fast drei Stunden - waren es stattliche 2,4 kg und damit mehr als erwartet!

 

14.6.2016: Der "Baum des Jahres 2016" macht wie jedes Jahr seinem Titel Ehre. Im Gegensatz zur zarten Sommerlinde schwängert sie die Luft geradezu mit ihrem schweren Duft und der Nektar fliesst in Strömen - ist es nicht ein Wunder, was die zusammentragen? 

Trachtalarm per SMS - Bild :Melanie von Orlow

13.6.2016: Solche SMS bekommt Imkerin doch gerne - am Abend waren es sogar plus 1,8 kg auf der Waage! Ist es nicht Wahnsinn was der Bien leisten kann wenn man ihm nur was bietet?

Ansonsten mehrere Schwarmmeldungen aber leider allesamt Einzüge - in hohle Bäume oder Gebäude, da war nichts zu machen!

Dafür ein nettes kleines Hummelnest...wieder mal...mehr dürfen es nun bald nicht mehr werden, mir gehen die Kisten aus. Und sehr viele Meldungen über gründende Hornissenköniginnen. Das wird mal wieder so'n Jahr...

12.6.2016: Dieser komplizierte Schwarm der Stockwaage hat nun zum Höhepunkte des "Arbeit-machens" seine Königin verloren! Nicht, dass ich dieser Damen nachweinen würde aber nachschaffen lasse ich die nun auch nicht mehr. Solche spinösen Ladies sind für das Stadtleben einfach nicht geschaffen. Also kurzum abgeräumt, die Damen einem zugehängten Ableger mit Zuchtkönigin zulaufen lassen und Umzug der Stockwaage...das war ein Flopp!

Nun werde ich versuchen, der Lindentracht zu folgen denn gestern - so sah es zumindest beim Flug so aus - ist wohl die erste Winterlinde aufgegangen. Der "Baum des Jahres 2016" ist in Berlin jedes Jahr "Baum des Jahres" denn von allen Berliner Trachten ist es eigentlich die zuverlässigste und reichste.

Raubzug auf Ableger - Bild: Melanie von Orlow

Noch scheint es aber noch so als ob in den Völkern viel Bedarf nach Alterteilzeitregelungen gibt - unbeschäftigte Sammlerinnen en masse! Da kommt man schon mal auf dumme Gedanken - dieser kleine 2-Waben-Ableger mit Königin aus diesem Jahr wurde dank offener Flüssigfütterung massiv beräubert. Beim Öffnen flogen einem die Räber entgegen und die Königin war nur noch von einer kleinen Leibwache umringt auf den leergefressenen Waben unterwegs...unfassbar wie brutal und gierig diese Intelligenz, nach Prof. Menzel das Depandant der Protostomier zu uns Deuterostomier, sein kann. Da half nur noch komplettes Dichtmachen der Kiste!

Die Garden warten eben auf die Winterlinde...

Die Waage steht nun unter einem ordentlichen Volk, das gerade erst in diesem Jahr sich selbst eine neue Regentin erschaffen hat. Mal sehen ob diese Enkelin der bekannten "blauen Königin" sich bewährt - die recht kleine und sehr dunkle Königin hat ein beeindruckend grosses Brutnest angelegt als ob es erst April wäre! 

Auch ein anderes Volk hat auslaufende Brut und eine weitere Buckfast-Zuchtkönigin ist wohl Geschichte. Sie sitzen aber sehr ruhig und ich denke, da ist eine Nachfolgerin am Werk. Ich nutze die auslaufende Brut und entnehme die Schwarten. So knallt mir das noch starke Volk auch nicht die leeren Brutwaben mit Lindentracht zu. Einen noch sehr leeren aber ausgebauten Honigraum habe ich entnommen und dem starken Nachbarvolk untergeschoben...die können den vwomöglich noch gut füllen und müssen dann nicht so stark bauen.

Bei den Schwärmen zeigen sich schon Unterschiede -  manche haben die Rähmchen komplett ausgebaut und andere hängen noch so auf Halbmast und scheinen erst auf die Verstärkung zu warten. Eine eingeschickte Bienenprobe eines Schwarms erwies sich als AFB-negativ - das erleichtert aber die anderen werde ich im Sommer noch durchweg testen. Trotz "Kellerhaft" hat man doch immer wieder Sorge dass die was "mitbringen"...

Bienenbox im Rohzustand - Bild: Melanie von Orlow

8.6.2016: "Vor dem Imkern hat der Herrgott den Schweiss gesetzt" - so dachte ich mir als ich dieses Riesenpaket hereinwuchtete mit dem mir Johannes eine Bienenbox zugeschickt hat. Das Testpaket stellte sich dann als Überraschungpaket heraus denn da ist zwar eine Bienenbox drin aber in Einzelteilen. Hier soll offenbar erst mal gebastelt werden und das sogar Rähmchen für Rähmchen! Das sieht nach Arbeit aus und von der habe ich grad so viel...also muss sie mir erstmal weiterhin im Weg stehen bis ich dafür Zeit finde.

Heute umschmeichelte die Linde meine Nase. Ein ganz zarter Geruch, der sofort verschwindet wenn man ihn allzu begierig einsaugt. Einer, der in Wellen kommt und sich sofort zurückzieht wenn sich die Abgase eines Autos oder die Kühle eines Rasensprengers in den Vordergrund drängen. Dennoch sind die Bienen und zwar wirklich fast alle Völker ziemlich meckrig und zickig. Ob es an dieser schwülen Wärme liegt?

Ich lasse sie mal machen und peile das Wochenende an - da soll es kühler werden.

7.6.2016: Wieviel ist ein Bienenvolk wert?
Wer aus dem Bienenvolk ist wieviel wert?
Schwierig zu beantworten...einfacher für mich ist es, meine Arbeitszeit heranzuziehen denn das Einfangen eines Schwarms dauert eben seine Zeit und für diesen "Aufwand" ist die finanzielle "Entschädigung" - nicht für eine einzelne oder gar eine bestimmte Biene!

Den schönen 2,4 kg-Schwarm vom 28.5. wollte der Käufer eigentlich einem anderen aber recht kleinen Volk zulaufen lassen. Ich riet davon ab denn das kleine Volk entwickelte sich gut; würde aber auch mit der Verstärkung nicht noch relevant Honig liefern. Also wurde er extra eingeschlagen und lief auch gut ein. Aber schon am Abend sah es so aus, als wäre die (vermutlich recht alte) Königin nicht erfolgreich mit eingelaufen. Eine Weiselprobe bestätigte die Weisellosigkeit.
Ich bot eine Königin aus meinen Beständen an doch da der Käufer eigentlich ja eh nur ein Volk halten wollte (und initial es ja auch geplant gewesen war, das Volk mit dem Schwarm zu vereinigen) wurde der weisellose Schwarm einfach dem weiselrichigen aufgesetzt.

Damit, so dachte es, habe sich ja nun alles zum Guten gewendet aber heute nun der Anruf vom Käufer wie man denn nun mit dem Preis verfahre denn ein Schwarm ohne Königin sei ja weniger wert.

24.000 vitale Bienen, voller Baukraft, 3 Stunden Einfang-Aufwand...und dennoch weniger wert weil eine Biene fehlt?? Vor allem eine, die nach der ursprünglichen Planung des Vereinigens eh von den Bienen aussortiert worden wäre??

Ein Naturschwarm ist und bleibt ein "Naturprodukt" - mit allen Risiken wie Vorteilen. Es ist ein einziges großes Überraschungsei und wie die berühmte Schachtel Pralinen weiss man (im Gegensatz zum Kunstschwarm) nicht, was man kriegt.

Ich bin betroffen von dieser Denkweise - als ob ich so eine Art "Bienen-Amazon" bin mit kostenloser Rücksendemöglichkeit und Nachlieferung und empfinde das irgendwie als ehrenrührig.
Ich verstehe mich als Imkerin und nicht als "Shop" und entscheide noch immer individuell - wäre das ein Anfänger gewesen ohne jedes weitere Volk und Chance auf Nachschaffung wäre es für mich schon aus Bienenliebe heraus selbstverständlich gewesen, umgehend Königin oder zumindest eine Brutwabe zu liefern damit die Damen wohl versorgt sind. Aber "Preisminderung"? Sind drei Stunden Arbeit nun plötzlich weniger wert?

Wer seine Bienen mit dem ganzen Service-Paket inkl. Rückgaberecht, Gewährleistung und Nachlieferung  kaufen möchte, kann bei www.fleissigesbienchen.de (und anderen) ordern - da gibt es 1,5 kg Bienen mit Buckfast-Queen für 139 € und sicherlich qualitätskontrolliert und mit Gütesiegel...aber eben nicht bei mir!

Verkaufe die Früchte meiner Arbeit, eben die Schwärme, nur gezielt (und für weit weniger als das "fleissige Bienchen") sowie nur in Hände die ich eigentlich für gut und geeignet halte - und eben nicht an anonyme Adressen aus einem Bestellformular.
Aber in den Zeiten wo man eben für alles einen "Shop" gibt, unterscheiden selbst diese Käufer offenbar nicht mehr zwischen Jenen und Solchen.

Also nochmal zu Mitmeisseln: ICH BIN KEIN WEBSHOP!

Ich arbeite noch selbst mit Herz und Händen an und mit Tieren und nicht mit Waren!

6.6.2016: Gestern hat es auf der Waage schon gezuppelt und heute ist sie da - die Linde! Wollte heute abend eigentlich die Honigräume checken und markieren um die Robinie sauber abzutrennen aber alle Honigräume voller giftig-grantiger Bienen die gerade nicht gestört werden wollen. Also Hände davon gelassen; werde morgen am Tage reinschauen wenn die Sammlerinnen sich in der linde rumtreiben und beschäftigt sind.
Immer wieder erstaunlich wie schnell dann selbst bisher unbeachtet gebliebene Honigräume Aufmerksamkeit erfahren...

Prüfung der EWKs durch den Belegstellenleiter - Bild: Melanie von Orlow

4.6.2016: So plötzlich wie sie gekommen sind, gehen sie auch wieder - das Telefon bleibt ruhig, keine Schwärme mehr. Das ist mir nur recht - nun stehen die Königinnen im Fokus. Habe die ersten bekommen - allerdings ganz profan "standbegattet" denn bisher habe ich gute Erfahrungen mit diesem Züchter gemacht. Wer natürlich sicher gehen will, schickt die unbegatteten Damen zum Hochzeitsflug wie hier zu sehen zu einer Belegstelle. Im sogenannten EWK mit Futter, Wasser und Arbeiterinnen (aber natürlich ohne Drohnen) bleiben sie dort rund zwei Wochen und verpaaren sich dabei hoffentlich mit den Besten der Besten von den bereit gestellten Drohnenvölkern.

Heute morgen duftete es nach Linde aber der Flugverkehr war dennoch verhalten...irgendwie komisch diese lange Pause zwischen dem Ende der Robinie und dem Start der Lindentracht. Dafür aber reift eine sehr ordentliche Robinienhonigernte heran so dass ich ernsthaft überlege ob ich die noch vorher abschleudern sollte. Aber noch sind nicht genug verdeckelte Zargen dabei; das lohnt noch nicht.

29.5.2016: Heute nun zwei Schwärme weiter gereicht, einen weiteren gefangen...die halten einen wirklich beschäftigt heuer.
Zwischendurch immer wieder mal irgendwelche Interviewanfragen oder andere Mitarbeit...darunter auch diese, dessen Ergebnis ich überraschend verlinkenswert finde weil vesucht wurde, das Thema von verschiedenen Perspektiven aus zu beleuchten:

http://firma-eintragen-regional.de/bienensterben-ursachen-und-folgen-fuer-die-honigernte/

Hitchcocks Zweitbesetzung - die Bienen (Bild und Ton: Melanie von Orlow)

28.5.2016: Zu meiner großen Überraschung ist das Waagstockvolk heute nicht ausgezogen - kann ich doch noch Hoffnung haben, dass sie bleiben? Offenbar gefallen ihnen die von mir gestern abend noch gegebenen Mittelwände ganz gut. Womöglich bauen sie einfach lieber Mittelwände aus anstatt selber zu bauen...und dann natürlich der leckere Honigraum...aber noch will ich auf Holz klopfen, kann auch nur sein dass sie heute Reserven gesammelt haben um morgen dann auszuziehen.

Ansonsten mal wieder ein Schwarm und damit der 10. erfolgreich in diesem Jahr erbeutete Schwarm. Der war aber nicht so einfach - erst um eine Konifere gewickelt so dass viel Schütteln und Fegen nichts brachte. Also los zum Baumarkt und eine Wasserspritze kaufen nachdem ich meine an einen Kollegen für dessen Schwarmfang verliehen hatte.

Zurück gekommen hatte sich die Strasse in eine Art Zweitbesetzung für Hitchcocks "Die Vögel" verwandelt - der Schwarm (immerhin ein 2,4 kg-Schwarm) hatte sich müssig meiner Fangversuche in Bewegung gesetzt und bewegte sich ein paar Meter weiter. Nehme an, es ist ein Vorschwarm mit alter Königin denn er bewegte sich langsam und auf Passantenhöhe.

Er begann, sich ein paar Meter weiter in einem Baum zu sammeln. In zwei Zügen holte ich mit dem Schwarmfangsack große Mengen der Bienen runter in den Kasten und nun endlich zogen sie in die Kiste ein. War ein tolles Spektakel und wunderbar, inmitten dieser Bienenwolke zu stehen und ihren Duft einzuatmen.

Der Tag endete mit lästigen Pflichten - Schleuder putzen, wischen und abwaschen...Hausfrauenlos eben ;-)

 

Kornblumen-Honig (Mitte) - Bild: Melanie von Orlow

27.5.2016: Heute nun umfänglich geschleudert - bei der Ernte in Brandenburg fiel mir ein geringer Eintrag von der Kornblume auf. Dieser grünlich-fluoreszierende Honig ist unverwechselbar und gerade im Kontrast zur noch offenen Raps-Obst-Frühtracht auffällig. Sieht aus wie ein ausgelaufener Textmarker!

Es ist nun 1 Uhr früh und die letzten Eimer laufen gerade durch das Sieb - begonnen habe ich heute um 8 Uhr! Eigentlich Irrsinn, dieses Hobby...

Nun hat jeder Schwarm auch einen ausgebauten, honigfeuchten Honigraum bekommen - auch das Waagstockvolk das trotz Polleneintrags weder mit dem Brutgeschäft noch mit nennenswertem Wabenbau beginnen hat. Ich gebe jetzt auf und habe das Absperrgitter entfernt...Reisende soll man nicht aufhalten, dann halt mit dem nächsten Schwarm!

 

Aus der Spinne wurde ein Käfer - Bild: Melanie von Orlow

24.5.2016: Das Stockwaagenvolk ist und bleibt in Wanderstimmung - gestern versuchten sie erneut das Abwandern aber aufgrund des Gitters klappt es wieder nicht. Solche Schwärme bauen leider auch kaum, bisher zehren sie von der Substanz.

Ausserdem dieser kuriose Schwarm: An einer grossen Holzspinne hatte er das schwere Gewitter überstannden und hatte die Spinne zum Käfer geformt. So wird die Hymenopterologie mit der Arachnologie und der Koleopterologie geeint...wenn das mal keine Symbolkraft hat! Schließlich geht es gerade allen Insekten an den Kragen!

 

Fast weg - das NABU Stockwaagenvolk! Bild: Melanie von Orlow

23.5.2016: Die NABU-Kampagne "Fast weg" hatte deutschlandweit auf schwindende Arten aufmerksam gemacht und offenbar hatten das Stockwaagenvolk dieses Motto vor Augen als ich gedankenverloren beim Sortieren der Honigräume diese auf deren Kiste stellte. Die Erschütterungen reichten und plötzlich quollen die Bienen in Massen aus dem Flugloch. Ich holte sofort ein Absperrgitter und hielt es fest an das Flugloch gepresst - banges Warten; das Herausquellen ging fast unvermindert weiter - dann schließlich ebbte es ab und zurück hinter dem Gitter blieben einige Drohnen und eine verzweifelt nach dem Ausgang suchende Königin!

Gerne hätte ich die ja nun gezeichnet oder gekäfigt aber ich wagte das Öffnen nicht. Mit ein paar Reißzwecken wurde das Gitter am Flugloch fixiert - nun bleibt das da, jetzt reicht mir das. Schon beim Einlauf war mir dieses Volk ja etwas empfindlich vorgekommen und nun hatte ich es live erlebt wie sensibel die noch sind!

5 Minuten später waren sie alle wieder da und strömten zurück in die Kiste. Wenigstens nur eine Königin im Schwarm wie die Stockwaage zeigt.

Ansonsten hat die Robinie losgelegt und das schwülwarme Wetter läßt auf reiche Tracht hoffen. Habe allen Trachtvölkern auch gleich noch einen Honigraum untergeschoben damit das gute Zeug auch Platz hat.

 

Einlauf in die Schmuckbeute - Bild: Melanie von Orlow

21.5.2016: Heute zog nun mein neues Stockwaagenvolk ein - möchte die Gewichtszunahme eines Schwarms bei komplettem Selbstbau des Wabenwerkes dokumentieren...und damit auch die Robinie, die tatsächlich nun an verschiedenen Stellen das erste Weiß zeigt! Obacht, nun geht es ganz schnell mit dieser kurzen und möglichweise reichen Tracht! Muss die Honigräume nun bald leeren um die Sammelfreude zu erhalten.

Außerdem habe ich nun endlich wieder meine Schmuckbeute mit Leben füllen - ein gewaltiger 3-Kilo-Schwarm (wohlgemerkt drei Kilo NACH der Hungerphase von drei Nächten!) zog in die Schmuckbeute in den Vorgarten. Das war ein rechtes Spektakel und beeindruckt hat mich, wie viele Bienen nach der Hungerphase noch flugaktiv waren. Bis in die Dämmerung schossen diese Bienen heraus um zu Sammeln und dem hungernden Schwarm neues Leben einzuhauchen.

Dennoch bleiben nur wenige tote Bienen auf dem Einlaufbrett zurück - der Schwarm hat bis zuletzt alles untereinander geteilt. Nun muss er bauen was das Zeug hält, er hat nur Anfangsstreifen und wenige Mittelwände als Startkapital. Auch hier bin ich unsicher ob da alles im Kasten bleiben wird - da waren mindestens 3 Königinnen im Schwarm wie ich meine. Kann sein, dass ein Teil wieder ausziehen wird auch wenn die Kiste mit 15 DN 1,5-Rähmchen reichlich Platz bietet.

Schwarmfang mit Eimer - Bild: Melanie von Orlow

20.5.2016: Was in Spandau ganz problemlos ging war in Wedding/Tiergarten schon ein richtiger Staatsakt - braucht es wirklich eine Feuerwehr um diese Situation zu lösen? Schwarm nur so 5m hoch aber nachdem ein Teil schon heruntergefallen war, hatte es Meldungen an die Polizei gegeben - direkt über dem Gehweg pendelte die "Keule" hin und her, auuf dem Boden viele krabbelnde und tote Bienen.

Also schickt die Leitstelle erstmal die Polizei. 3 Mann hoch schauen in den Baum und finden auch: Ziemlich gefährlich. Wenn da was in einen Kinderwagen fällt. Also Feuerwehr angefordert. Feuerwehr schickt erstmal einen technischen Hilfswagen (OHNE Leiter) und da schauen nun zwei weitere Leute hoch und am Ende diskutieren 5 Beamte über den Schwarm, die Zuständigkeiten, die schlechte Abstimmung, warum man den "dem Imkerverband" helfen solle und wer das denn auf seine Kappe nehmen soll.

Ich stelle dann erstmal klar dass ich gerade hier die Einzige bin, die für das Hier-Herumstehen nicht bezahlt wird und hier nur auf Bitten der Polizei sei. Und dass ich mich sicherlich nicht 5 m hoch auf eine freistehende Leiter schwingen werde.

Da hat man ein Einsehen und dann endlich bekomme ich "meine" Feuerwehr, weitere 2 Mann, berge den Schwarm und schaue ihm noch 2 Stündchen beim Einmarschieren zu.

Wenn ich dann mal ausrechne was dieser eine Schwarm gekostet hat...da hoffe ich, wir kommen nicht in das Schwarzbuch der Steuerverschwendung.

Aber was hätte alles passieren können...Schwarm fällt in Kinderwagen und die Boulevardpresse schrei(b)t. Schwarm fliegt ab und zieht in Lüftungsschacht wo er abgetötet werden muss...Schwarm landet auf der Straße und verursacht Verkehrsunfall...alles auch keine schönen Alternativen.

Nun wird er seinen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit leisten und soll auf die Stockwaage ziehen. Und natürlich Bestäubung machen und was Bienen noch so alles tun.

Außerdem sind gerade alle Schwarmfangkästen belegt...daher musste ich wieder mal improvisieren. Dieses Mal mit einem Eimer, den ich mit einem kleinen Loch zum Einlaufen versehen habe. Toll, wie schön die dieses kleine Loch dann finden und belaufen. Aber dauert alles viel länger als mit dem schönen Kasten und breitem Absperrgitter zum Einlaufen. Muss ich dringend leeren..

 

Schwarmfang mit Imkeranzug - Bild: Melanie von Orlow

19.5.2016: Heute Besuch am Außenstand und wieder mal der Klassiker: Dicker Schwam im Birnenbaum - da bin ich zu spät gekommen. Und keine Leiter und keinen Schwarmfangkasten dabei. Nur diesen dämlichen Schwarmfangsack und eine lang ausziehbare Stange. Damit also dann mal in den Schwarm gestochert und den Großteil hinein verklappt. 

Unten auf dem Boden kurz reingeschaut und gleich auf Anhieb die Queen entdeckt - aber in diesem Sack können sich die Bienen nicht gut sammeln. Also musste improvisiert werden: Der Ersatzanzug im Auto wurde zum Schwarmfangsack umgebaut, Arme verknotet und der Sack darin entleert. Im Hut war die Königin gut zu entdecken. Also mit dem Clip gefangen und am Hutgummi verknotet. Dann wurde der Hut mangels Ständer über eine alte Klappleiter gestülpt und der Reissverschluss geöffnet so dass die Immen einfach Zugang hatten. Die Schwarmwolke setzte sich in Bewegung und binnen einer Stunde waren die Damen wohl behütet. Muß man eben auch mal improvisieren...

Der Raps geht langsam zur Neige und der Bautrieb erlahmt...Feierabend in Brandenburg!

Kampf der Königinnen - Bild: Melanie von Orlow
18.5.2016: Nachdem es am Dienstag bei dem schlechten Wetter aus einer Kiste - dem Flugling meines schwarmtriebigen Volkes - munter getütet und gequakt hatte wurde gestern kontrolliert und organisiert. War auch dringend notwendig - der Flugling lagerte in dicken Schichten und die Damen warteten gerade auf das Startsignal. Bestimmt ein Dutzend schlupfreife Zellen, deren Königinnen blitzschnell schlüpften kaum dass die Wabe aus dem Kasten war und der Kontakt zu der tütenden Erstgeborenen unterbrochen war.

Dann gab es dramatische Szenen, die in Natur eher die Ausnahme sind und die Bienenkönginnen durch das Tüten und Quaken vermeiden wollen - die jungfräulichen Damen fielen übereinander her um ihre Konkurrenz wortwörtlich auszustechen. Andereentzogen sichdem Getümel durch blitzschnellen Abflug.

Eine Queen spende ich samt zugefegten Bienen als vorweggenommenen Schwarm dem Schaukasten des Imkereimuseums aber weitere will ich eigentlich nicht auf dem Stand vermehren. 

Sehr unschön sowas aber leider nicht zu vermeiden - dieses Volk ist wirklich ein "Schwamteufel", Flugling und Ableger stehen ganz oben in der "Must-umweiseln"-Liste! Die machen mir wirklich viel Arbeit aber angesichts der vielen Schwärme die in diesem Jahr bereits an die Kammerjäger gegeben werden mussten da unerreichbar in Lüftungsschächten verschwunden, ist das ein aktiver Beitrag zum Bienenschutz.

Aber wie schön dass sich die restlichen so gut benehmen - das "Flachzargen"-Volk hat nun endlich seine Brut wieder auf den großen Brutraum erweitert und die Flachzarge wurde abgefegt und als Honigraum aufgesetzt. Nun ist die Drohnenbrut ausgelaufen und die restliche Arbeiterinnenbrut kann dort oben fertig gepflegt werden.

Die meisten Völker haben nun 2 bis 3 Honigräume voll und fast vollständig verdeckelt - die Verstärkung durch das Zusammenlegen der Völker merke ich schon deutlich. Keine Schwarmanzeichen in den anderen Völkern obwohl eine Königin wirklich nur auf 4 Brutwaben sitzt (zzgl. Baurahmen) - das sind gerade 6 DN-Waben also eigentlich arg wenig aber womöglich hat gerade das frühe Vereinigen einfach auch nicht notwendig gemacht, so viel Brut anzulegen? Die Bienenmasse passt eigentlich, 3 Honigräume sind gut besetzt.

Aber wundern tut mich das schon - ist es doch eine Buckfast aus der Zuchtgemeinschaft Friedrichskoog und da hatte ich mir eigentlich etwas mehr erhofft. Die Bucki aus der Berufsimkerei von Frank Osterloh hat sich wie ihre Vorgängerinnen super entwickelt und sitzt auf sechs voll bebrüteten Rähmchen und das ohne jede Verstärkung durch Vereinigung!

 

Stifte auf Jungfernwachs - Bild: Melanie von Orlow

16.5.2016: Kaum ein Sonnenloch aber nun habe ich eines genutzt um den letzten Schwarm ein zu logieren - morgen soll es nicht besser werden und dann haben sie wenigstens einen Tag den sie zum Bauen nutzen können. Auch dieses Mal habe ich die Königin gut gefunden - immerhin hatten sie schon 4 Wabenzungen gebaut und dazwischen war die Lady zugange. Leider nicht gezeichnet aber da sie schon stiftete muss sie mindestens aus dem letzten Jahr sein. Habe sie gleich in grün gezeichnet und über das Flugloch mit einlaufen lassen - das hat den Einmarsch der Immen dann auch sehr beschleunigt.

 

Katharina zeigt Naturwabenbau - Bild: Melanie von Orlow

15.5.2016: Das regnerisch-kühle Pfingstwetter ist die Gelegenheit, dieses schöne Bild online zu stellen.

Meine diesjährige Imkernovizin Katharina zeigte bei der letzten Durchsicht diese schöne Naturbauwabe - ein zu 3/4 ausgebautes und mit Arbeiterinnenbrut weitgehend bestiftes Rähmchen das praktisch ohne Mittelwand entstanden ist. Ausgangspunkt war eine Altwabe, die bis auf einen schmalen Steg aus unbebrüteten Zellen am Oberträger ausgeschnitten wurde und dann brutnestnah gegeben wurde. Solche Rähmchen werden im Gegensatz zu Mittelwänden nicht zunächst als Schied wahrgenommen, sondern entsprechen am ehesten der natürlichen Bauform im Stock - noch besser als Mittelwandstreifen werden solche Waben ausgezogen und besonders schön ist es wenn das auch noch im reinen Arbeiterinnenzellenformat gelingt.

Innerhalb einer Woche wurde die Wabe fast komplett erstellt.

Die Feuerwehr hilft - Bild: Matthias K.
14.5.2016-Update: Man sollte den Tag nicht vor dem Abend resumieren - heute nachmittag noch 2,5 kg Bienen aus einem Straßenbaum gefischt. Allerdings in 10 m Höhe und das ging dann nur in Begleitung mit einem freundlichen Team der Berliner Feuerwehr und einem gleich dreiköpfigem Polizeiteam, die die Straße sperrten damit wir auf- und absteigen konnten. Dank eines auf Schwarmhöhe wohnenden Nachbarns habe ich sogar mal ein paar schöne Bilder bekommen. Leider wurde es dann recht schnell kühl so dass ich rund ein Pfund Bienen im Baum zurück lassen musste - war also eigentlich sogar ein drei-Kilo-Schwarm. Aber denen wurde es dann einfach zu frisch zum Abfliegen und ich konnte nun schlecht die Feuerwehr über Stunden beschäftigen.

Meinen herzlichen Dank an die unbürokratisch-schnelle Hilfe durch die Feuerwehrwache und die Polizei sowie dem Schwarmmelder, dem das Schicksal des Schwarms nicht egal gewesen war...wenn ich mir die Wettervorhersage so ansehe schätze ich dass die Bienen nicht viel Chance gehabt hätten...

 

Königin zum Schwärmen - Bild: Melanie von Orlow
14.5.2016: Kühl ist es geworden doch die Sonne am Nachmittag lockte ausreichend um den Schwarm von gestern einlaufen zu lassen. Morgen soll es ja sehr ungemütlich werden und dann müsste der Schwarm noch länger warten anstatt schon zu bauen.

Beim Einlaufen lassen dann zu meiner Freude wieder eine (dieses Mal grün) gezeichnete Königin entdeckt - finde ich ja prima, dass nun so viele Imker und Imkerinnen ihre Königinnen zeichnen, da findet man sie besser und man weiss etwas mehr mit wem man es zu tun hat.

Frage mich wann es die ersten Plättchen mit individuellem QRcode oder URL drauf geben wird...

Habe sie mit der kleinen Wabenzunge beim Einlauf an das Flugloch bugsiert und sie ging willig hinein, ab und an wieder mal raus aber letztlich blieben sie alle zu Fuss und wanderten brav in die neue Kiste. 

13.5.2016: Heute war Schwarmhöhepunkt - vier Meldungen an einem Tag! Leider zwei davon vergeblich angefahren - bei einem fegte schon ein Kollege und beim anderen hatte schon jemand gefegt, der nächste war zu hoch...dafür war dann der nächste ein Treffer und der konnte eingesackt werden.

Schwarm platt an der Wand - Bild: Melanie von Orlow

Der hing bereits seit gestern an der Wand einer Terrasse und konnte recht gut abgefegt werden. Wie ein dicker Teigfladen oder eine Pizza an der Wand - wirklich kurios!
Leider wieder unter 2 kg, also wirklich keine Riesenschwärme bisher...

 

Schwarm sitzt am Deckel des Schwarmfangkastens - Bild: Melanie von Orlow

12.5.2016: Die nächste Schwarmmeldung; wieder im fernen Süden...habe ich an die noch Suchenden aus meiner Liste vermittelt denn heute war Kindergeburtstag und Imkern und damit gar keine Zeit. Denn es soll ja nun kühl und feucht werden - für die Natur super und für die Immen die Gelegenheit zum Koffer-packen. Daher noch mal durchgeschaut und das war auch ganz gut so.

Mein "Flachzargen"-Volk konnte ich auf eine Flachzarge reduzieren und immerhin wurde schon eine DN 1,5er Wabe bestiftet...hoffe sehr, die Damen nun wieder nach oben zu locken denn noch immer habe ich sie nicht gefunden. Nehme an, sie hat ihr Plättchen verloren.

Das Restvolk des Fluglings hatte wieder rund eine Million Weiselzellen angelegt...die sind wirklich sowas von schwarmfreudig...kein Wunder dass der Züchter diese Königin los werden wollte; dumm nur, dass gerade ich sie ihm abgekauft habe!
Auch der Flugling hat inzwischen reichlich Weiselzellen aber da bin ich etwas gespannt - würden die noch mal abschwärmen wollen? Werde ich beobachten denn eigentlich sagt das Lehrbuch ja ganz klar nein...hoffe mal, die Immen haben sie auch gelesen.

Die restlichen Völker verpollen zwar zunehmend aber sind noch nicht in weiteren Schwarmvorbereitungen...kann sich aber ändern.

Ausserdem wurde der Schwarm einlogiert, wie immer mussten die Damen zu Fuss durch die Haustür einmarschieren was sie auch bald taten nachdem ich die Queen direkt vor die Haustür gesetzt hatte. War wieder ein tolles Spektakel und insbesonderefür meine beiden "Novizen" Thomas und Katharina ein Highlight....immer wieder toll wie schön die das machen. Hoffe, sie bauen nun auch so schön denn wie immer gab es nur Anfangsstreifen!

 

Der Einzug in den Schwarmfangkasten - Bild: Melanie von Orlow

10.5.2016: Heute endlich der erste "richtige" Schwarm! Nach bisher drei vergeblichen Meldungen (zwei bereits eingezogene Schwärme und einer war noch in Bewegung) erreichte mich heute abend endlich mal was "richtiges": bequeme 2 m hoch im Obstbaum und im Privatgarten. Leider nur am anderen Ende der Stadt. Aber herrjeh, am Abend ist die Chance gut dass er bleibt und der erste Schwarm...das muss ich nutzen. Also eingesackt wenngleich das dauerte...der hatte sich dermassen um den Baum gewickelt dass da schwer was zu fegen war. Aber dann ganz besonders nett: Plötzlich die Königin entdeckt - unschwer zu übersehen denn sie war blau gezeichnet! Also aus imkerlicher Hand, die Dame. Habe sie rasch mit dem Clipkäfig gefangen und gleich in den Kasten gesetzt damit die anderen nachfolgen können.

Nun ruht er dunkel und kühl bis zum Einlauf in sein neues Heim.Mit rund 2 kg kein grosser Vorschwarm aber wenigstens überhaupt mal einer...

5.5.2016: Wieder ein sehr turbulenter, bieniger Tag...dabei fing es harmlos an: Inspektion eines Brandenburger Standes; dort hatte die am 29.4.2016 geschlüpfte Weisel bereits mit dem Stiften begonnen und wurde mit weissem Punkt gekrönt - gute Leistung für eine gerade 6-Tage-alte Königin! Auch die anderen Völker hatten kräftig Verstärkung bekommen und trugen fleissig Raps ein.

Beim Blick auf den Berliner Stand komisches Gefühl bei dem einenn Volk...so viele Bienen am Flugloch? Das war nun auch genau das Volk das sich bei der letzten Durchsicht am 30.4. als schwarmtriebig erwiesen hatte...die Nachbarn riefen mich zu sich, es habe so laut gesummt im Garten. Aber dort war nichts zu sehen. Laut Stockwaage dann aber tatsächlich zwischen 11 und 12 Uhr 3 kg weniger!
Aber kurios, am Flugloch plötzlich die Hölle los - Bienen strömen herbei und in breiter Front ins Innere. Rund 2 Stunden nach dem Schwarmauszug marschiert der Vorschwarm wieder zurück!

Durchsicht ergab prächtige Schwarmzellen, proppevolle Kiste, Schwarmduft in der Luft aber keine Königin zu finden - was tun, sprach Zeus?

Königin hängen geblieben im Kasten und nicht gefunden? Oder im Schwarmakt verloren?
Nicht zu klären...aber als erste Hilfe habe ich flugs einen Flugling gemacht - bei unsicherer Lage bezüglich der Altkönigin erschien mir das als das sicherste Vorgehen. Eine Wabe mit Weiselzellen blieb im Kasten, dazu Anfangsstreifen zum Bauen und Basteln und natürlich die Honigräume. Die restlichen Waben samt Weiselzellen und aufistzenden Bienen zwei Plätze weiter in einen neuen Kasten. Futterwabe als Puffer und einen Honigraum mit Anfangsstreifen zum Ausbauen. Durch die Trennung der Jungbienen von den erfahrenen Flugbienen (die ja bei der Rückkehr in den alten Kasten zurückfliegen) ist der Schwarmabgang selbst bei nun mehreren Weiselzellen unwahrscheinlich...hoffe, das klappt auch so bei dem Flugling.

BDumm gelaufen: Brut im Honigraum - Bild: Melanie von Orlowesonders "vergnüglich" war der Blick dann in das Nachbarvolk, in das ich zuletzt eine Wabe zur Weiselprobe gegeben hatte - die gute Nachricht: Ich habe die Königin wieder gefunden....die schlechte: Sie war die letzten Wochen aus irgendwelchen Gründen im Honigraum zugange!

Nun habe ich ein (alb)traumhaftes Flachzargenbrutnest...viel Drohnenbrut im Mix mit Arbeiterinnenbrut und irgendwo die Königin die nicht zu finden war!

Also fröhliches "Legoimkern": Zwei Flachzargen übereinander und dort die reinen Brutwaben im Kaltbau. Darauf dann ein DN 1,5er Brutraum - ohne Absperrgitter aber mit Leerwaben und Baurahmen sowie einem abschließenden Schied.

Die Hoffnung ist, dass die Bienen das Brutnest wieder nach oben verlagern denn so fluglochnah ist das eigentlich nicht nach ihrem Gusto; vor allem so ohne Schied. Wenn die Brut dann ausgelaufen ist, kann ich die Zargen wieder entfernen und die Rähmchen ausschneiden. Nur die Frühtracht werde ich wohl vergessen können denn die wird ziemlich sicher nun in den Brutraumwaben oben landen...Dumm gelaufen!

 

Randolf Menzel - Bild: Melanie von Orlow

4.5.2016: 300 Bilder pro Sekunde sieht eine Biene. Dazu polarisiertes Licht und statt Rot (was bei ihr als Schwarz ankommt) wird dafür das für uns nicht sichtbare UV gesehen. Bienen übertragen erlernte Regeln - eine für die Belohnung erforderliche Abfolge an Farben wenden sie umgehend auch auf Muster oder sogar Gerüche an. Sie stoppen ihre für ein bestimmtes Ziel werbenden Kameradinnen wenn sie an diesem Ziel angegriffen oder verärgert wurden. Sie einigen sich auf den besten Platz wenn auf einer Schwarmtraube für unterschiedliche Nistquartiere geworben wird indem sie Tänzerinnen für schlechtere Plätze bremsen.
Diese und viele andere Leistungen präsentierte Prof. Dr. Dr. Randolf Menzel bei seinem Vortrag in der Urania. Dies war nicht nur die Gelegenheit, sein zusammen mit Matthias Eckoldt verfasstes Buch "Die Intelligenz der Bienen" samt Autogramm zu erwerben, sondern dabei auch gleich mit lieben Klischees aufzuräumen:

Die Königin wisse am wenigstens was eigentlich im Stock abgehe. Keine "Schwarmintelligenz" sei der Schwarmabgang, sondern das Ergebnis von wenigen, sehr einfachen Regeln die im Prinzip sagen: "Folge dem Schnellsten und halte dabei einen bestimmten Abstand" (wobei die schnellsten eben die erfahrensten Spürbienen sind, die das neue Ziel schon kennen). Bienen sind als "Bombensucher" oder "Drogendetektoren" wesentlich ungeeigneter als Hunde und ihr Geruchssinn mit 60.000 Nerven/Fühler ist kaum besser als der unserige. Was uns wortwörtlich stinkt (wie z.B. Fettsäuren) wie auch blau-grüne Farben lernen sie schlechter als blumige Düfte und violette Farbtöne.

Und doch noch so viele Fragen offen: Da der Schwarm vornehmlich aus älteren, erfahrenen Bienen besteht, müssen diese im neuen Quartier wieder "jung" werden um Wachs zu produzieren und Larven zu pflegen...bewahren sie dann das Erlernte aus dem "alten Leben"?

Eingestreut wurden Leseproben aus dem Buch mit biografischem Hintergrund und unterhaltsame Anekdoten aus seinem Forscherleben...macht Lust auf mehr und wem schon Tom Seeleys Buch "Honeybee Democracy" gefallen hat, dürfte wohl auch an diesem Buch Spaß haben...

30.4.2016: Endlich wieder Sonne und Wärme! Beeindruckende Vorspiele an den Kisten; die ganzen neuen Jungbienen führten Tänze auf als ob da gleich ein Schwarm abginge! Die Durchsicht aber zeigte bei den meisten keine besondere Schwarmneigung - außer der eine Kandidat bei dem ich schon bei der ersten Jahresdurchsicht am 9.3. gedacht hatte: Das Volk hat Großes vor! Es hatte damals schon gleich vier Waben statt der üblichen 2-3 in Beschlag genommen und glänzte nun durch reichlich Weiselzellen.
Also noch die letzten Beutenteile gestrichen damit ich für die Schwärme gewappnet bin.

Bedauerlicherweise ist der Raps in Vollblüte aber die Bienen nach meinem Geschmack nicht so weit entwickelt. Keine gute Rapsernte wird das werden...

 

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